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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3548 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Montag, 12. Oktober 1863

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Familiäres und Persönliches, Gotthardbahnprojekt, Personelle Angelegenheiten

Briefe

Luzern d. 12 8b 1863.

Hochgeachteter Herr Präsident!

Mit Ihren geschätzten Zeilen v. 11. d. erhielt ich diesen Morgen auch ein Schreiben von Hrn. Rob. Sillar, welcher unter Verdankung der jüngsten Mittheilungen anzeigt, daß die Sillar'schen Conceßionäre einen ihrer Ingenieure, den Hrn. Homersham beauftragt haben, sich unsern Experten bei Untersuchung des Gotthardt anzuschließen. Ich beehre mich, Ihnen das Schreiben mitzutheilen. – Es schiene mir wünschbar, dem Hrn Homersham, wenn er hier ankommt, Jemanden beizugeben, um ihn bis an den| Gotthardt zu begleiten. Wenn Sie damit einverstanden sind, möchte ich Sie bitten, mir gefälligst mitzutheilen, ob Sie dortseits eine geeignete Persönlichkeit zur Disposition haben. –

Soeben bin ich von Hrn. Bekh mit einem Besuche beehrt worden. Derselbe hat die allgemeine Inspektion beendigt & kehrt auf Morgen nach Zürich zurük. In zwei Tagen gedenkt er aber zu weitern Studien wieder auf den Gotthardt zu gehen. Es wird ihm sehr willkommen sein, daß Sie für Geometer gesorgt haben, indem Hr Wetli Niemanden v. seinem Personal entbehren zu können erklärt habe. –

Gestern hat mir Hr. Direktor Schmidlin mitgetheilt, daß Hr. Preßel telegrafisch| das Eintreffen einer schriftl. Antwort angezeigt habe. Heute oder Morgen werde ich wahrscheinlich nähern Bericht erhalten & dann nicht säumen, Ihnen davon Kenntniß zu geben.

Hr. Ingenieur Koller hat sich bestimmen laßen, die Arbeiten fortzuführen. Ich hatte in meinem Schreiben an denselben auch auf den v. Ihnen angedeuteten Gesichtspunkt hingewiesen & bemerkt, daß wir alle, die wir an dem großen Unternehmen mitarbeiten, noch manche Widerwärtigkeit zu überwinden haben werden. Hr. Direktor Schmidlin erneuert beinebens den Wunsch, daß dem Hrn. Koller eine entsprechende Stellung eingeräumt werden möchte, indem er überzeugt sei, daß wir deßen vielseitigen Kenntniße & Erfahrungen noch oft zu| nutzen im Falle sein dürften. Ich denke es wird dieß eine Sache gelegentlicher mündlicher Besprechung sein. –

Das «Zuwarten» auf die St. Gallische Denkschrift ist mir auch aufgefallen. Hr. Bundesrath Knüsel hat mir über diesen Punkt noch nicht geschrieben; ich werde mich darüber des Genauern erkundigen.

Mit Ihrer gefälligst mitgetheilten Ansicht betreffend Beantwortung der Schriften v. Cecovi & v. Löben bin ich ganz einverstanden.

Schließlich meinen Dank für Ihre freundliche Nachfrage über das Befinden meiner Familie; ich habe das Vergnügen Ihnen mitzutheilen, daß meine Frau sowie der Kleine sich wohl befinden.

Mit ausgezeichneter Hochachtung

zeichnet ergebenst

J. Zingg.