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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3547 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Alfred Escher an Josef Zingg, Belvoir (Enge, Zürich), Sonntag, 11. Oktober 1863

Schlagwörter: Bundesrat, Gotthardbahnprojekt, Lukmanierbahnprojekt, Regierungsrat LU, Simplonbahnprojekt

Briefe

Hochgeachteter Herr Regierungsrath!

In Erwiederung Ihrer verehrl. Zeilen v. 9ten begleite ich die beiden Briefe von Löben & Cecovi anliegend mit dem Beifügen zurück, daß dem erstern die gewünschten Notizen zuzustellen & dem letztern zu antworten sein dürfte, es sei Hrn Sillar directe in Antwort auf sein an die Reg. von Luzern zu Handen der GotthardCommission gerichtetes Schreiben von den Beschlüssen der letztern Kenntniß gegeben worden. Vielleicht könnte hinzugefügt werden, daß, falls Hr Cecovi eine Abschrift des anHrn Sillar gerichteten Briefes zu erhalten wünsche, seinem Begehren willfahrt werden könne.|

VonHrn Beckh bin ich ohne allen Bericht. Ich schließe daraus, daß seine Untersuchungen einen guten Fortgang haben. Ich habe hier eine Anzahl von Geometern auf's Piquet gestellt, die ich ihm auf den ersten Wink senden könnte: aber, wie gesagt, er ist bisanhin noch nicht an mich gelangt.

Die Empfindlichkeit des Hrn Koller, welche vielleicht noch von Umgebungen, in denen er sich befindet, genährt wird, ist zu bedauern. Wenn sich nicht alle Kräfte, die den Gotthard wünschen, große & kleine, geistige & materielle, vereinigen & dabei nur die große Sache & nicht kleine Personalinteressen im Auge behalten, so wird das angestrebte Ziel nicht erreicht werden!

Das Begehren, welches die Lucmanier Simplon-Vereinigung (ja nicht Coali| tion: wir sind eine Coalition!) an den Bundesrath gerichtet hat, er möchte mit der Behandlung der Eingabe der Gotthardcommission zuwarten, bis das Hungerbühler'sche Buch geschrieben sei, ist, wenn letzteres noch längere Zeit auf sich warten lassen sollte, dazu geeignet, die Aufmerksamkeit des Gotthardausschusses auf sich zu ziehen. Ich behalte mir vor, je nach Maaßgabe der Umstände, weiteres hierüber an Sie zu schreiben. Was sagt Hr Knüsel über diese Seite der Sache?

Ich hoffe, daß Ihre verehrte Frau Gemalinn & der liebe Ankömmling sich wohl befinden & verbleibe in ausgezeichneter Hochachtung.

Ihr freundschaftlich ergebener

Dr A Escher

Belvoir
11 Octr 1863.