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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3540 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Mittwoch, 4. November 1863

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt, Italienisches Parlament, Regierungsrat ZH, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Schweizerische Südostbahn (SOB)

Briefe

Hochgeachteter Herr Regierungsrath!

In sofortiger Erwiederung Ihrer mir heute zugekommenen verehrl. Zuschrift habe ich Ihnen vorerst mitzutheilen, daß die Regierung von Zürich Fr. 5000– & die Direction der Nordostbahn Fr. 8000– an die Kosten der technischen Untersuchungen u. s. f. betreffend die Gotthardtbahn beizutragen beschlossen haben. Die Direction der Nordostbahn wird dem Ausschusse den Betrag von Fr. 8000– vermittelst einer Empfangsbescheinigung für die Rückzahlung des dem Hr Oberingenieur Beckh & seinen Ingenieurgehülfen geleisteten Vorschusses von Fr. 1000 & vermittelst einer Baarsendung von Fr. 7000–| entrichten. – Was nun die Ihnen von Hrn. Beckh übermittelte Rechnung von Fr. 1081.80– für seine Ingenieurgehülfen anlangt, so dürfte dieser Betrag aus der Einen Kasse zu bestreiten sein, welche durch den Saldo der Kasse des frühern Gotthardtausschusses & durch die Beiträge zu bilden sein wird, welche die neue Gotthardts vereinigung erhältlich machen kann. Bei der Auszalung des Honorars an Hrn Beckh wird der ihm geleistete Vorschuß von Fr. 500– & bei der Berichtigung der letzten Rechnung der Ingenieurgehülfen der ihnen gegebene A compli von ebenfalls Fr. 500– (die eben erwähnten Fr. 1000) in Abrechnung zu bringen sein.

Der Antrag des Justiz– & Polizeidepartements betreffend die Gotthardtvereinigung habe den Zweck, die daherige Übereinkunft, nachdem von einigen Kantonen Einsprache gegen dieselbe erhoben worden,| dem Art. 74. 5, der Bundesverfassung zu entziehen. Hr Dubs hat mir dieß durch Hr Widmer, der in Bern war, sagen lassen. Ich denke, wir gewärtigen jetzt die Antwort der Italienischen Regierung auf die Anfrage betreffend den Zeitpunct, in welchem sie ihre Vorlagen an das Parlament zu beschließen gedenke. Lautet die Antwort dahin, daß dieser Zeitpunct nahe sei, so wird anders vorgegangen werden müssen, als bisher.

Die Compagnie Sillar kommt mir nachgerade etwas bedenklich vor. Es würde mich sehr freuen, wenn ich mich darin täuschte!

Erlauben Sie mir gef. noch die Anfrage, ob die Centralbahn die Pläne betreffend Erweiterung der Hochbauten auf dem Bahnhofe Luzern Ihrer h. Regierung zur Genehmigung vorgelegt hat & ob die| Gutheißung erfolgt ist?

In ausgezeichneter Hochachtung

Ihr freundschaftlich ergebene

Dr A Escher

Zürich
4 Novr 1863.