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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3533 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Dienstag, 10. November 1863

Schlagwörter: Eisenbahnen Bau und Technik, Lukmanierbahnprojekt, Mont-Cenis-Bahn, Nationalrat, Presse (allgemein), Wahlen

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Mit Gegenwärtigem bezweke einzig Ihnen Ihre geschätzten Mittheilungen vom 8 & 9. dieß zu verdanken & Ihnen zugleich meine Freude auszudrüken über den Sieg, den Sie bei den dortigen Nationalrathswahlen am letzten Sonntag erfochten haben. Der Sieg erscheint um so bedeutungsvoller, weil – soviel wir hier aus den Kundgebungen der Preße urtheilen können, – der Kampf von der Opposition mit außerordentlicher Heftigkeit & Leidenschaftlichkeit| geführt worden ist. Ich gratulire Ihnen & unsrer Vereinigung zu dem erfreulichen Resultate. –

Die von Ihnen getroffenen Anordnungen scheinen mir sehr am Platze zu sein; es wäre wirklich sehr fatal gewesen, wenn keiner der Experten den Lukmanier gesehen hätte. Es dürfte sich fragen, ob man nicht auch noch eine Besichtigung des Mont–Cenis durch Hrn. Bekh oder Gerwig veranlaßen sollte. Hr. Preßel soll die Arbeiten am Mont–Cenis gesehen & gerade dadurch seine Ansichten über die Ausführbarkeit eines längern Tunnels modificirt haben. Da im Falle der Ausführung der Gotthardtbahn| der Entscheid über die obere oder untere Linie sowohl mit Hinsicht auf die Kosten des Baues als den Betrieb v. der größten Bedeutung sein wird, so schiene mir eine Lokalbesichtigung am Mont–Cenis durch die andern Mitglieder der Expertenkomm. nicht überflüßig zu sein.

Unter Kreuzband sende Ihnen den schon erwähnten Bericht v. Sommeiller. Es ist sehr gut, wenn Hr. Direktor Widmer dem St. Gallischen Landammann vorderhand wenigstens mittelst der Preße auch nach Süddeutschland folgt.

Mit vorzüglicher Hochachtung zeichnet

Ihr freundschaftl. Ergebenr

J. Zingg.

Luzern d. 10 Nov. 1863.