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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3527 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Freitag, 25. September 1863

Schlagwörter: Gesandtschaft in Turin/Florenz/Rom, Gotthardbahnkonferenzen, Landrat BL, Personelle Angelegenheiten, Regierungsrat LU

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Ich schulde Ihnen noch meinen besten Dank für Ihre Mittheilung über den Beitritt v. Thurgau, der mich sehr gefreut hat. Ich habe mit einem Briefe bis heute gewartet, in der Hoffnung noch einige Berichte zu erhalten. Die eingegangenen Nachrichten beschränken sich aber auf Weniges. Laut officieller Mittheilung der Reg. v. Baselland v. 23 d. hat der Landrath unterm 14. d. seinen Beitritt zu der Uebereinkunft ausgesprochen & wird nun die Regierung die Conferenz v. 28. d. beschiken durch die HH. Regierungspräsident Brodbeck & Fabr. August Bölger in Niederschönthal.|

Der Landrath v. Nidwalden hat in seiner Sitzung v. 23. d. die «Annahmserkärung des Protokolls & der Uebereinkunft vom 7/8 Aug. einstimmig ausgesprochen» & in dieser Angelegenheit als Standeskommißionat erwählt die HH. Landammann Jb. Kaiser v. Stanz & Landammann L. Wyrsch v. Buochs. Aus Neuenburg habe ich auffallenderweise noch keine Mittheilung erhalten, obschon ich Hrn. Denzler schon vor 8 Tagen um gefälligen Aufschluß über die dortige Sachlage ersucht hatte. Auch Solothurn hat sich über Beschikung der Commission noch nicht erklärt; ich kann mir aber kaum denken, daß Solothurn sich der nächsten Sitzung fernhalten sollte & habe in diesem Sinne auch Herrn Vigier geschrieben. –|

Erfreut hat mich die Bestellung der Abordnung von Seite der Nordostbahn. Ihrem Wunsche gemäß habe ich dafür gesorgt, daß von der Wahl des Hrn. Häberlin als Stellvertreter in der hiesigen Preße nicht Meldung gethan wird. Anläßlich habe ich Ihnen noch mitzutheilen, daß die hiesige Regierung vorige Woche als Stellvertreter des hiesigen ersten Abgeordneten den Hrn. RR. Dula gewählt hat.

Ueber die Gründe der Verschiebung der Gesandtenwahl ist mir noch keine Mittheilung zugekommen. Privatim habe ich vernommen, daß letzter Tage auch Hr. Vigier in Bern gewesen & sich sehr entschieden gegen die Wahl P. ausgesprochen haben soll.

In Sachen der Reußschachenstraße wird die Tit Nordostbahn eine Zuschrift der hiesigen Regierung erhalten haben. Es war nicht möglich, die beiden Heggli,| welche auf beiden Seiten der Bahn Land besitzen, zum einfachen Verzicht auf den Wegübergang zu bestimmen, so sehr ich mir in Verbindung mit unserm Bauinspektor Mühe gegeben. Wir mußten uns beschränken, denselben eine billige Entschädigungsforderung zu empfehlen. Sobald dieselbe einlangte, wurde sie Ihnen übermittelt, obschon sie noch eine beßere Redaktion erheischt hätte. Letzteres kann bei allfälligem definitiven Abschluß nachgeholt werden.

Mit ausgezeichneter Hochachtung zeichnet

Ihr ganz ergebener

J. Zingg.

Luzern d. 25 7ber 63.