Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3513 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Sonntag, 13. Dezember 1863

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Personelle Angelegenheiten

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Ich schulde Ihnen noch meinen besten Dank für Ihre geschätzte Zuschrift vom 9 fl. Mts & den gefälligst mitgetheilten Brief von Hrn. Baurath Bekh, den ich Ihnen in Anlage wieder zurükstelle. Ich habe mit vielem Intereße von deßen Bericht über den Fortgang der Vorarbeiten Kenntniß genommen & mit Beziehung auf den geäußerten Wunsch sofort Hrn. Ing. Koller ersucht, Hrn. Bekh beförderlich die zweite Copie der Wetlischen Situationspläne zu übersenden. –|

Leider ist es mir nun nicht möglich gewesen, auch Hrn. Gerwig schon eine Copie zu senden, indem die erste Copie laut Beschluß des alten Comite nach Turin wandern soll, die Originalpläne bei Hrn. [Wurster?]. & Cie zur Copie für die Lithographie liegen & die Lithographien selbst noch nicht beendigt sind. Ich habe Hrn. Koller beauftragt, Hrn. Gerwig sobald möglich mit verfügbaren Originalblättern, oder Lithographien zu versehen; inzwischen sandte ich ihm ein Exemplar des kleinen Uebersichtsplanes. –

Vorgestern & gestern hatte ich Besuch von den Hrn. Wetli & Cecovi, die miteinander nach London reisen. Es scheint, daß es sich darum handelte,| Hrn. Wetli durch Hrn. Homersham zu verdrängen, wogegen Cecovi entschieden protestirte. Wahrscheinlich sollen in London diesfällige Verhältniße ihre Regulirung finden. Hr. Cecovi versicherte mich auch auf eine Bemerkung über das etwas auffallende Stillschweigen der Compagnie Sillar, daß Sie in wenigen Tagen im Besitze der gewünschten Mittheilungen sein sollen. Die Berichte über die Situation im Teßin enthielten nichts Neues von besonderer Bedeutung. –

Betreffend die Behandlung der Motion Steiger dürfte es von Nutzen sein, wenn Sie unserm neuen Hrn. Großrathspräsidenten Schindler die Wünschbarkeit einer fortgesetzten| Verschiebung gelegentlich etwas an's Herz legen würden. –

Genehmigen Sie bei diesem Anlaße die erneute Versicherung meiner ausgezeichneten Hochachtung und freundschaftl. Ergebenheit

J. Zingg.

Luzern d. 13 Dec. 63.

B. Darf ich anläßlich auch um ein Wort zur Orientirung in Privatsache bitten? Ich kaufte im Frühling vor. Jahres eine erhebliche Zahl Z. Creditaktien, ohne sie bis dato zu veräußern, weil ich nach den Rechenschaftsberichten deren Werth auf wohl 1000fs. glaubte taxiren zu sollen. Bei den obwaltenden Constellationen bin ich etwas schwankend geworden. Erscheint eine Veräußerung jetzt oder nach Neujahr rathsam? Eine gefällige Ansichtsäußerung würde natürlich ganz confidentiell betrachten. –