Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3508 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Freitag, 18. Dezember 1863

Schlagwörter: Alpenbahn (allgemein), Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident!

Im Besitze Ihrer geschätzten Zuschriften vom 16 & 17 dieß beehre ich mich Ihnen vorab Ihre freundlichen Mittheilungen aufs Beste zu verdanken. –

Mit Hrn. Dr. Steiger habe ich vorläufig über die Behandlung seiner Motion gesprochen. Ich habe einige Zweifel, ob es möglich sein wird ihn zu bestimmen, daß er in eine längere Verschiebung der Behandlung seiner Motion selbst einwilligt; er beabsichtigt eine Captatio benevolentiae beim Entlebuch & Willisaueramte. Indeßen soll der Versuch noch nicht aufgegeben sein. Immerhin glaube ich, daß er bezüglich der Art & Weise der Behandlung der Motion mit sich werde reden laßen.|

In Beziehung auf die KreuzlipaßLukmanier -Combination theile ich ganz Ihre Ansicht. Es wird Mühe genug kosten die Mittel für das einfache Gotthardtbahnprojekt aufzubringen und – abgesehen v. den Baukosten – wird auch die Rendite einer Alpenbahn nicht so glänzend sein, daß man diese durch eine solche Zweiglinie wieder schwächen dürfte. –

Hr. Baurath Bekh wird seit seinem letzten Briefe in den Besitz des gewünschten Exemplars des Wetlischen Situationsplanes gelangt sein; Hr. Koller hat mir schon vor einigen Tagen den Abgang desselben angezeigt. Ich habe Auftrag gegeben, dem Hrn. Bekh auch eine Copie der nunmehr eingelangten detaillirten Kostenberechnung von Wetli zukommen zu laßen. –

In Beilage stelle Ihnen den gefälligst| mitgetheilten Bericht von Hrn. Bekh wieder zurük & benutze diesen Anlaß, Sie neuerdings meiner ausgezeichneten Hochachtung zu versichern.

Ihr freundschaftlich ergebener

J. Zingg.

Luzern d. 18 Dec. 1863.