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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3506 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Montag, 28. Dezember 1863

Schlagwörter: Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt, Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Mont-Cenis-Bahn, Regierungsrat ZH

Briefe

Hochgeachteter Herr Regierungsrath!

Ihr verehrl. Schreiben vom 23 dß., das mir noch in Bern zugekommen ist, wollte ich nicht beantworten, bevor ich Ihnen zugleich auch die Schlußnahme unsers Großen Rathes über den Bericht des Regierungsrathes in Sachen der Gotthardteisenbahn mittheilen könnte. Nun hat aber der Große Rath, aus dessen Sitzung ich so eben komme, eine Vertagung auf den Januar & eine Verschiebung der sämmtlichen wichtigern Tractanden & unter diesen auch des Berichtes des RRes über die Gotthardtbahn auf diese zweite Abtheilung der Wintersitzung beschlossen. Ich kann Ihnen also nur ein Exem| plar dieses Berichtes in der Anlage übersenden. Derselbe ist, namentlich in der Form, nicht so abgefaßt, wie ich es wünschen möchte. Die mündliche Discussion, welche immer die wirksamste ist, wird das Fehlende ergänzen müssen. Der Bericht wurde an die Petitionscommission des Großen Rathes zur Antragstellung gewiesen. Ich erwarte von derselben den Vorschlag, das von dem Regierungsrathe in Sachen beobachtete Verfahren zu billigen.

Beiliegend sende ich Ihnen den Bericht des Herrn Be[ckh?] v. 19. dß., den Sie mir zu übermitteln die Güte hatten. Daß einer unserer Experten & also Herr Gerwig, wenn die Herren sich dahin verständigt haben, nach dem Mont Cenis gehe, um sich durch| eigene Anschauung von dem dortigen Stande der Dinge zu überzeugen, betrachte ich fortwährend geradezu als eine Nothwendigkeit.

Ich habe vor meiner Abreise von Bern noch mit verschiedenen Mitgliedern des Bundesrathes, sowie mit unserm Ausschußcollegen, Herrn Bürgermeister Stehlin, über das, was nunmehr in Sachen der Gotthardtb zu geschehen haben dürfte, sehr einläßliche Rücksprache genommen. Ich behalte mir vor, Ihnen nach den bevorstehenden Festtagen hierüber zu schreiben, beziehungsweise eine Conferenz in Olten zu mündlicher Besprechung vorzuschlagen.

Empfangen Sie mit meinen herzlichen Wünschen zum Jahreswechsel die erneuerte Versiche| rung meiner freundschaftlichen Hochachtung.

Ganz Ihr

Dr A Escher

Zürich
28 dezber 1863.