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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3468 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_053

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Montag, 4. März 1867

Schlagwörter: Familiäres und Persönliches, Gotthardbahnprojekt, Krankheiten

Briefe

Hochgeachteter Herr Schultheiß!

In Erwiederung Ihrer verehrl. Zuschrift von gestern beeile ich mich, Ihnen mitzutheilen, daß ich den ganzen Ausschuß nebst dem Hrn. Director Stoll auf künftigen Freitag Mittags 12 Uhr nach Olten habe einladen lassen. Die Berichterstattung des Hrn. Koller über die Situation in Italien & Tessin & die in Folge derselben & der Zuschriften des Hrn. Veladini zu fassenden Schlußnahmen scheinen mir nämlich dazu angethan zu sein, zum Gegenstande der Berathung des ganzen Ausschusses gemacht zu| werden. Es ist gewiß angezeigt, alle unsere Collegen fortwährend von dem unterrichtet zu halten, was vorgeht.

Leider muß ich in Betreff meiner Theilnahmen an der Sitzung von künftige Freitage einen Vorbehalt machen. Meine Schwiegermutter ist heute Vormittag plötzlich erkrankt. Der Arzt sieht die Sache sehr ernst an & spricht von einer Brustentzündung, die im Anzuge sein dürfte. Wenn dem, was Gott verhüte, wirklich so sein & die Krankheit somit einen gefährlichen Character annehmen sollte, so könnte ich Zürich natürlich nicht verlassen.

Genehmigen Sie die Versicherung | ausgezeichneter Hochachtung von

Ihrem freundschaftlich ergebenen

Dr. Alfred Escher

Zürich 4 März 67

Die mir gef. übermittelten Briefe von Koller, Veladini u. s. f. theile noch Hrn. Dir. Stoll mit, um sie Ihnen nachher wieder zukommen zu lassen.