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Korrespondenz: Alfred Escher – August von Gonzenbach

AES B3443 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB01_006

August von Gonzenbach an Alfred Escher, Bern, Samstag, 11. Juni 1870

Schlagwörter: Splügenbahnprojekt, Staatsverträge

Briefe

Bern d. 11 Juni 1870

Hochgeachteter Herr!

In Erwiederung Ihres geehrten Schreibens vom 9t dMts beeile ich mich Ihnen anzuzeigen daß mir Herr Pioda am 6t dMts berichtet «das Ministerium habe beschloßen den Vertrag vom 15t Oct vJ der Kammer vorzulegen»: dabei spricht er den Wunsch aus daß ich nach Florenz zurükkehre; auch Herr Scanzi ließ mir am [1st?] dMts dieselbe Aufforderung zukommen!

Meine Ansicht geht dahin: daß Herr Pioda vollkommen genügt; daher ich wünsche daß mir diese Reise erspart werde.

Ein Télégramm Stamms vom 9t spricht von Verschiebung bis im Nov. Diese muß jedenfalls mit aller Energie bekämpft werden.|

Herr Ducostere glaubt die Position des Splügen viel stärker als sie in der That ist. –

Ich weiß daß Herr Köllreuter der mit Herrn Wirth-Sand in Paris war, an der Bildung der Finanz Gesellschaft verzweifelt!

Die Signatur Rothschild ist nicht auf dem Vertrag, den ich in originali in Mayland gesehen habe. Da in Deutschland die Situation sich wieder beßert so muß nun in Italien ein entscheidender Schritt geschehen.

Wenn es nöthig befunden wird weigere ich mich nicht nach Florenz zurükzukehren - wiederhole aber daß ich es nicht für nöthig halte und der großen Kosten wegen gern vermieden sähe.|

Sobald ich die Elemente zu meiner Rechnung habe – werde ich Ihnen dieselbe einsenden.

Das Memoire Ducoster behalte ich einstweilen.

Mit Hochachtung

Dr Gonzenbach

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