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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3408 | SBB Historic VGB_GB_SBBGB02_045

Alfred Escher an Josef Zingg, Zürich, Donnerstag, 30. November 1876

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochverehrter Herr & Freund!

Diesen Morgen ist nun Hr. Koller hier eingetroffen, um im Benehmen mit der Bauleitung, bez.weise mir die Rechnung für Bestimmung des Defizits festzustellen.

Ich habe in Folge meiner Wahrnehmungen von heute Morgen die Ueberzeugung gewonnen, daß ich, um eine möglichst richtige & eine thunlicht beförderliche Lösung der Aufgabe herbeizuführen, fast unausgesetzt eingreifen & mitwirken muß. Dadurch werde ich aber | jedenfalls noch morgen, vielleicht aber auch noch einen guten Theil des Samstags in Anspruch genommen werden. Die Erfüllung dieser Function scheint mir nun aber, wie die Dinge liegen, wichtiger zu sein als jegliche andere Thätigkeit. Deshalb ersuche ich Sie, mich zu entschuldigen, wenn ich morgen nicht in die Sitzung nach Luzern komme. Ich werde Hrn. Schweizer beauftragen, sich in der Sitzung einzufinden & Ihnen die Anträge für die Erledigung derjenigen Geschäfte des I Departementes mitzutheilen, welche morgen zum Austrage gelangen sollten.

Für den mir wahrscheinlichen Fall, daß Hr. Koller nach Beendigung seiner hiesigen Arbeit noch mit Ihnen, | bez.weise dem Buchhalter Rücksprache nehmen müßte, bitte ich Sie, den Samstag Nachmittag, bez.weise Sontag Vormittag frei halten zu wollen.

Am Montag Nachmittag 3 Uhr wäre dann also, wie wir es vorläufig verabredet, wieder Sitzung unsrer Direction. In derselben könnten dann diejenigen Tractanden behandelt werden, zu deren Erledigung meine Mitwirkung gewünscht werden sollte.

In freundschaftlicher Hochachtung Ihr getreuer Leidensgenosse

Dr A Escher

Zürich
30 Novbr 1876.

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