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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B3329 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#547*

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Freitag, 10. November 1882

Schlagwörter: Personelle Angelegenheiten, Schweizerische Nordostbahn (NOB)

Briefe

Hochgeehrter Herr und Freund

Da der Credit aus welchem Herr Furrer bezalt wird nur noch bis Ende dieses Jahres besteht, so musste ihm wie drei andern Angestellten, welche sich im gleichen Falle befinden, die Stelle auf Neujahr gekündet werden. Bewilligen die Räthe den Credit, so wird die Stelle auf Neujahr wieder besetzt und bis dorthin werden wir uns ja ohne Zweifel noch sehen. |

Es thut mir aber sehr leid Ihnen sagen zu müssen, dass die Aussichten für Herrn Furrer nicht gut sind, obgleich ich mir alle Mühe gegeben habe, ihn zu halten. Der Chef des technischen Inspectorates dem der Vorschlag zukommt erklärt nämlich, dass er Herrn Furrer «wegen Mangel an Tüchtigkeit» nicht vorschlagen könne. Ich wollte diesem Einwand begegnen, als er mir schon letzten Sommer mit dem Antrag auf dannzumalige Entlassung vorgebracht wurde.|

Ich lehnte diesen Antrag ab und verlangte weitere Beobachtung und Erkundigung.

Vor einigen Wochen berichtete mir Herr Dapples wieder und erklärte er müsse auch jetzt sein Urteil über die Geschäftsführung aufrecht erhalten und dieselbe als ungenügend erklären. Im Weiteren seien die eingezogenen Erkundigungen ungünstig. Der MaschinenMeister der NOB. habe ihm (Herrn Dapples) gegenüber Herrn Furrer wiederholt als nicht empfehlens| werth und unbrauchbar bezeichnet. So stehen die Dinge heute; ich wollte mich auch hiemit nicht begnügen und verlangte, dass mir Herr Mey gelegenheitlich entweder dieses Urteil selbst bestätige oder aber schriftlich mitteile. Ich werde Herrn Furrer soweit ich nur immer kann zu schützen suchen und bis Neujahr bleibt die Frage jedenfalls offen.

Wir sind von dem schönen Tage den Sie uns bereitet haben glücklich heimgekehrt und ich sage Ihnen nochmals meinen herzlichen Dank dafür, mit der Bitte meine freundlichsten Grüsse an Sie u Fräulein Lydia entgegenzunehmen.

Ihr Ergebenster

E Welti

Bern 10 Nov. 1882.

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