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Korrespondenz: Alfred Escher – Georg Stoll
  • 1820
  • 1830
  • 1840
  • 1850
  • von Georg Stoll, 8. April 1855 Schlagwörter: Amtsbürgermeister/Regierungspräsident ZH, Telegraphenwesen, Postwesen AES B1417
  • von Georg Stoll, 13. Januar 1858 Schlagwörter: Rechtliches, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Bittbriefe (diverse) AES B1707
  • 1860
    1. an Georg Stoll, 19. Januar 1863 Schlagwörter: Eisenbahnrückkauf, Vereinigte Bundesversammlung, Parteienstreitigkeiten, Ständerat AES B1971
    2. an Georg Stoll, 20. Januar 1863 Schlagwörter: Eisenbahnrückkauf, Presse (allgemein), Vereinigte Bundesversammlung, Compagnie du Jura Industriel (JI), Bundesrat, Bundesfinanzen, Eisenbahnen Betrieb, Ständerat AES B1972
    3. an Georg Stoll, 21. Januar 1863 Schlagwörter: Eisenbahnrückkauf, Ständerat AES B1973
    4. an Georg Stoll, 22. Januar 1863 Schlagwörter: Vereinigte Bundesversammlung, Nationalrat, Liberale Presse, Ständerat, Eisenbahntarife, Eisenbahngesetze, Compagnie du Jura Industriel (JI), Bundesrat, Eisenbahnrückkauf, Grosser Rat VD, Kommissionen (eidgenössische) AES B1974
    5. an Georg Stoll, 23. Januar 1863 Schlagwörter: Alpenbahn (allgemein), Schweizerische Ost-West-Bahn (OWB), Nationalrat, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Zürich-Zug-Luzern-Bahn (ZZL), Vereinigte Bundesversammlung, Regierungsrat LU, Eisenbahnen Finanzierung AES B1975
    6. an Georg Stoll, 27. Januar 1863 Schlagwörter: Eisenbahnrückkauf, Parteienstreitigkeiten, Vereinigte Bundesversammlung, Nationalrat, Ständerat, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Zürich-Zug-Luzern-Bahn (ZZL), Regierungsrat LU, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Landesverteidigung und Militär AES B1977
    7. an Georg Stoll, 30. Januar 1863 Schlagwörter: Eisenbahnrückkauf AES B1978
    1. an Georg Stoll, 9. Dezember 1864 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Personelle Angelegenheiten AES B8166
    2. von Georg Stoll, 10. Dezember 1864 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Personelle Angelegenheiten AES B8167
    1. an Georg Stoll, 4. August 1865 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Alpenbahn (allgemein), Lukmanierbahnprojekt, Liberale Presse, Presse (allgemein), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Schweizerische Centralbahn (SCB) AES B5111
    2. an Georg Stoll, 12. September 1865 Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Gotthardbahnprojekt, European Central Railway Limited (ECR) AES B4839
    3. von Georg Stoll, 18. September 1865 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Eisenbahnen Finanzierung, Schweizerische Nordostbahn (NOB) AES B4840
    4. an Georg Stoll, 7. November 1865 Schlagwörter: Gotthardtunnel, Bankinstitute, Bodenseegürtelbahn, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Eisenbahnen Verträge, Schweizerische Bundesverfassung AES B5483
    5. an Georg Stoll, 9. November 1865 Schlagwörter: Schweizerische Bundesverfassung, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Bodenseegürtelbahn, Eisenbahnen Verträge, Lukmanierbahnprojekt, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Bankinstitute, Kommissionen (kantonale), Grosser Rat TI, Regierungsrat LU, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Vereinigte Bundesversammlung, Gemeindeversammlung (allgemein) AES B5484
    6. an Georg Stoll, 11. November 1865 Schlagwörter: Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Gotthardbahnprojekt, Kommissionen (kantonale) AES B5485
  • an Georg Stoll, 5. Februar 1866 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt AES B5814
    1. von Georg Stoll, 8. Juli 1867 Schlagwörter: Regierungsrat SH, Bodenseegürtelbahn, Regierungsrat SG, Vereinigte Schweizerbahnen (VSB) AES B2206
    2. an Georg Stoll, 2. Dezember 1867 Schlagwörter: Vereinigte Bundesversammlung AES B2225
    3. an Georg Stoll, 9. Dezember 1867 Schlagwörter: Polemiken und Anwürfe (Escher), Liberale Presse AES B2226
    4. an Georg Stoll, 11. Dezember 1867 Schlagwörter: Liberale Presse AES B2229
    5. an Georg Stoll, 12. Dezember 1867 Schlagwörter: Liberale Presse AES B2231
    6. von Georg Stoll, 12. Dezember 1867 Schlagwörter: Presse (allgemein), Lagebeurteilungen (diverse) AES B2230
    7. an Georg Stoll, 13. Dezember 1867 Schlagwörter: Polemiken und Anwürfe (Escher), Liberale Presse AES B2232
    8. an Georg Stoll, 14. Dezember 1867 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Polemiken und Anwürfe (Escher), Liberale Presse AES B2233
    9. an Georg Stoll, 18. Dezember 1867 Schlagwörter: Vereinigte Bundesversammlung, Presse (allgemein), Liberale Presse, Gotthardbahnprojekt, Eisenbahnen Bau und Technik, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur) AES B6167+
    1. von Georg Stoll, 25. April 1869 Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Gotthardbahnprojekt, Bankinstitute, Gotthardbahnkonferenzen AES B6576+
    2. an Georg Stoll, 13. Juli 1869 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Vereinigte Bundesversammlung, Ständerat, Nationalrat, Alpenbahn (allgemein) AES B6566
    3. an Georg Stoll, 31. August 1869 Schlagwörter: Liberale Presse AES B5112
    4. an Georg Stoll, 8. Dezember 1869 Schlagwörter: Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Bundesrat, Eisenbahnstrecken Konzessionen, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Gotthardbahnprojekt, Vereinigte Bundesversammlung, Bundesgericht, Wahlen AES B4816+
  • an Georg Stoll, 7. Juli 1870 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Eisenbahnen Verträge, Ständerat AES B5800+
    1870
    1. von Georg Stoll, 3. März 1871 Schlagwörter: Bülach-Regensberg-Bahn (BRB), Zürich-Zug-Luzern-Bahn (ZZL), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Schweizerische Nordostbahn (NOB) AES B2510
    2. von Georg Stoll, 20. November 1871 Schlagwörter: Grosser Rat / Kantonsrat ZH, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Eisenbahnstrecken Konzessionen, Vereinigte Schweizerbahnen (VSB) AES B2575
  • von Georg Stoll, 18. Juni 1873 Schlagwörter: Schweizerische Kreditanstalt (SKA), Personelle Angelegenheiten AES B8383
    1. von Georg Stoll, 9. März 1876 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Eisenbahngesellschaften Krise/Rekonstruktion, Eisenbahnen Finanzierung AES B2733
    2. von Georg Stoll, 4. Juni 1876 Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB) AES B2807
    3. von Georg Stoll, 20. Juni 1876 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Schweizerische Kreditanstalt (SKA), Rechtliches AES B2814+
    4. von Georg Stoll, 1. August 1876 Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Kommissionen (eidgenössische) AES B2825
    1. von Georg Stoll, 2. März 1877 Schlagwörter: Schweizerische Kreditanstalt (SKA), Eisenbahngesellschaften Krise/Rekonstruktion, Schweizerische Nordostbahn (NOB) AES B2931
    2. an Georg Stoll, 25. Juni 1877 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Kuraufenthalte, Aargauische Südbahn (ASB) AES B3004
    3. an Georg Stoll, 20. August 1877 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Kuraufenthalte, Vereinigte Bundesversammlung, Eisenbahngesellschaften Krise/Rekonstruktion AES B3020+
    4. an Georg Stoll, 27. August 1877 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Schweizerische Kreditanstalt (SKA), Eisenbahngesellschaften Krise/Rekonstruktion AES B3024
    5. von Georg Stoll, 5. September 1877 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Schweizerische Centralbahn (SCB), Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahngesellschaften Krise/Rekonstruktion AES B3032+
    1. an Georg Stoll, 2. April 1878 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Krankheiten AES B3126
    2. an Georg Stoll, 4. Juli 1878 Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Liberale Presse AES B3482
  • an Georg Stoll, 4. April 1880 Schlagwörter: Wahlen, Schweizerische Kreditanstalt (SKA), Freundschaften, Berufsleben, Schweizerische Nationalbahn (SNB), Krankheiten, Reisen und Ausflüge AES B3269+
    1880
  • an Georg Stoll, 9. Juni 1881 Schlagwörter: Schweizerische Nordostbahn (NOB), Nationalrat, Kuraufenthalte AES B3284
  • o. J.

AES B3269 | ZBZ Ms Briefe, Escher

In: Jung, Escher Briefe, Band 6, Nr. 25 | Jung, Aufbruch, S. 300 (auszugsweise), 836 (auszugsweise) | Gagliardi, Escher, S. 661 (auszugsweise), 667 (auszugsweise) | Stoll, Stoll, S. 55–57

Alfred Escher an Georg Stoll, Paris, Sonntag, 4. April 1880

Schlagwörter: Berufsleben, Freundschaften, Krankheiten, Reisen und Ausflüge, Schweizerische Kreditanstalt (SKA), Schweizerische Nationalbahn (SNB), Wahlen

Briefe

Paris 4 April 1880.

Hochverehrter Herr & Freund!

Es liegt mir die angenehme Pflicht ob, Ihnen für Ihre freundliche Mittheilung von meiner Wahl in den Verwaltungsrath der Cre-ditanstalt zu danken. Ich kann mit Beziehung auf diese Angelegenheit nur bestätigen, was ich Ihnen letzthin schrieb. Von dem, was ich über Ihre Thä-tigkeit an der Anstalt sagte, könnte ich kein Jo-ta streichen lassen. Mein Urtheil ist nicht dasjeni-ge eines verblendeten Freundes: es beruht auf Wahrnehmungen, welche ich als Ihr Mitar-beiter viele Jahre hindurch zu machen im Falle war, & es stimmt auch mit dem allgemeinen Urtheile überein. Diejenigen, die es mit der Creditanstalt wohl meinen, haben nur Ei-nen Wunsch zu hegen & dieser besteht darin, daß es Ihnen noch recht lange vergönnt sein möge, an der Anstalt zu wirken. Ich erblicke darin eine Hauptbedingung ihres Gedeihens.

Ich habe nun also die Wahl in den Ver-waltungsrath der Creditanstalt anzunehmen erklärt. Die Aussicht, dadurch mit Ihnen wie-der in öftere Berührung zu kommen, hat nicht | am wenigsten, sondern am meisten zu mei-nem Entschlusse beigetragen. Es kam mir oft un-natürlich vor, daß, innerlich nahe, wie ich Ihnen ste-he, wir so selten zusammenkommen. Sie erinnern sich wohl noch, daß ich Ihnen in jener fürchterli-chen Zeit, in der mir Blumer & Rüttimann durch den Tod entrissen wurden, sagte, Alles, was diese verewigten Freunde für mein inne-res Leben waren, wäre mir gänzlich & für alle Zukunft verschlossen, wenn ich nicht noch Sie hätte. Dieses Gefühl, von dem ich damals beseelt war, lebt zur Stunde noch ungeschwächt in mir fort. Wie heimlich wird es mich daher anmuthen, nunmehr wieder auch in fortgesetzten äußern Verkehr mit Ihnen zu treten!

Hr. Dr. Ryf scheint sich in der Generalver-sammlung der Creditanstalt neuerdings aus-gezeichnet zu haben. Der Mann hat die Ge-wohnheit angenommen, bei jeder sich darbieten-den Gelegenheit eine Rede zu halten, nach welcher es jeweilen genau so ist, wie vorher! Dießmal scheint es übrigens nachher doch nicht gewesen zu sein wie vorher! Ich habe nämlich gehört, daß Sie ihm nach Verdienen heimgeleuch-tet haben! Eine sachlich unfruchtbarere Thä-tigkeit, als sie Hr. Dr. Ryf entwickelt, läßt sich in meinen Augen nicht denken! Hasler behaup-tet immer, er leide an Großmannssucht.

Ihre Mittheilungen über die Leistungen | & das Verhalten Alfred Rüttimanns auf dem Bu-reau der Buchhaltung der Creditanstalt haben mich sehr beruhigt. Sie könnten nicht so lauten, wenn der junge Bursche ein so ungeregeltes Leben führen würde, wie es vermuthet wird. Ich wer-de mich sogleich nach meiner Rückkehr mit der Sache auf's angelegentlichste beschäftigen, handelt es sich doch für mich um die Erfüllung einer heili-gen Pflicht! Aber ich habe das vorläufige Gefühl, daß die Spießbürgerlichkeit bei der Beurtheilung Alfred's eine allzu überwiegende Rolle spielen dürfte.

Die Nationalbahnangelegenheit nimmt ganz den Character einer chronischen Krankheit an. Die Eidg. Bank hat, wie es scheint, an Felsenau, Perlen & an einer Menge glänzender Hotels von zweifel-haftem Werthe noch nicht genug: sie bedarf zur Fest-stellung ihres Credites noch der Erwerbung der Na-tionalbahn! Die Veranstaltung einer illustrir-ten Prachtausgabe von Simon Kaiser's sämmtlichen Werken wäre gewiß auch ein gutes Geschäft!

Wir haben hier sehr viel Interessantes & Schönes gesehen & gehört. In diesem Augenblicke bin ich aber zur Abwechslung wieder unwohl. Heftiger Husten, Asthmaanfälle in der Nacht, intermittirender Puls. Es ist mir seit Dienstag Zimmerarrest auf-erlegt. Da ich das Pariserleben nicht außer dem Hause studiren kann, so studire ich es jetzt in dem Hause, indem ich die neusten Sensationsromane von Zola, welche in wenigen Wochen 70 Auflagen erlebt haben, nämlich das Assommoir & die Nana, | lese. In welchen Abgrund sieht man da herein! Wenn ich nicht wüßte, daß Sie nicht einmal für das Gesang-buch die erforderliche Zeit erübrigen können, so wür-de ich Ihnen die Lectüre dieser beiden Romane emp-fehlen!

Wir werden auf Anfang Mai nach Hause zurück-kehren. Ob auf einem Umwege über Amsterdam, Brüssel & den Rhein oder via Lyon, Marseille, Niz-za, Genua & Turin oder recta via, um desto läng-er in Paris verweilen zu können, lasse ich ganz von dem bon plaisir meiner Fräulein Tochter abhängen. Ich kann mich irren, aber ich glaube, sie wird sich für die recta via entscheiden & zwar lei-der nicht darum, weil sie «den geraden Weg für den besten», sondern weil sie den Aufenthalt in Paris für den angenehmsten hält!

Ich habe Lydie, die neben mir sitzt, den letzten Passus dieses Briefes vorgelesen. Sie hat in weni-ger langweiliger Weise davon Notiz genommen, als wir diese Formel in Anwendung zu bringen pflegen. Dabei beauftragte sie mich, Sie schön von ihr zu grüßen & Sie ihrer speziellen Huld zu versichern. Ich trage als Vater Bedenken, diesen Auftrag auszurichten!

Und nun darf ich nicht vergessen, daß Sie ein Mann sind, der etwas zu thun hat, & ich ein Tage-dieb! Ich schließe also & verbleibe in freundschaft-licher Hochachtung

Von Herzen Ihr

Dr A Escher