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Korrespondenz: Alfred Escher – Arnold Otto Aepli

AES B3246 | KBSG VNL 38 : B : 18

Alfred Escher an Arnold Otto Aepli, Belvoir (Enge, Zürich), Mittwoch, 5. November 1879

Schlagwörter: Einladungsbriefe (diverse), Familiäres und Persönliches, Freundschaften, Vereinigte Bundesversammlung

Mein lieber Freund!

Zu den vielen angenehmen Erinnerungen an Deine Person, welche Dein Besuch auf Belvoir in uns zurückgelassen hat, fügst Du durch die freundliche Übersendung Deiner Photographie eine neue hinzu. Wir finden das Bild in jeder Beziehung wohl gelungen. Empfange meinen herzlichen Dank für dasselbe. Du hast mir damit eine große Freude bereitet!

Aus dem Briefe, mit dem Du mich vor einiger Zeit erfreut hast, habe ich ersehen, daß Du wahrscheinlich doch während der nächsten Bundesversammlung im Hotel Bellevüe bleiben wirst. So sehr es mich gefreut hätte, Dich unter Einem Dache mit mir zu wissen, will ich dir doch nicht zureden. Es handelt sich hier um individuelle u. instinctive Dinge & hierüber läßt sich bekannter Maßen nicht diskutiren! Wenn wir übrigens auch in verschiedenen Häusern wohnen werden, werden wir uns, wie ich hoffen darf, gleichwohl viel sehen & so Gelegenheit erhalten, die vielen uns gemeinschaftlichen Erinnerungen aus der Vergangenheit zu erneu| ern & hinwieder über die politischen Fragen zu rathschlagen, welche auf der Tagesordnung der Gegenwart stehen & bei deren Lösung wir mitzuwirken haben.

Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr werde ich in den Anschauungen bestärkt, welche wir während Deines Aufenthaltes in Belvoir hinsichtlich der Organisation unserer Fraction in der Bundesversammlung ausgetauscht haben. Es scheint mir, es sollten gleich beim Beginne der bevorstehenden Session Einleitungen im Sinne unserer Verabredungen getroffen werden. Wie wäre es, wenn wir beide uns Sontag den 30. November Abends 7½ Uhr zu einer bezüglichen Besprechung bei Dir im Hotel Bellevüe Rendezvous geben würden? Ich denke, es würde sich dabei zunächst um definitive Festsetzung der Liste der etwa auf Montag den 1 Dez. Abends zu einer ersten ganz vertraulichen Besprechung Einzuladenden handeln. Ich bitte Dich um Deine Rückäußerung darüber, ob Du mit diesem Vorschlage einverstanden seiest.

Lydie, die sich sehr gut befindet, emphiehlt sich Deinem freundlichen Anden| ken & ich verbleibe mit herzlichen Grüßen in alter Freundschaft

Dein

Dr A Escher

Belvoir
5. Novbr 1879.

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