Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3219 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#71*

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Freitag, 22. November 1878

Schlagwörter: Bundesrat, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Krankheiten, Vereinigte Bundesversammlung

Briefe

Hochverehrter Herr Präsident!

In Beantwortung Ihrer geschätzten Zeilen vom 21.d. beehre ich mich Ihnen mitzutheilen, daß nähere Beleuchtung der Hellwag'schen Antwort den sämmtlichen Mitgliedern des Verwaltungsrathes der GB. und dem schweizerischen Eisenbahndepartemente, letzterm allerdings nur in einem Exemplare, mitgetheilt worden ist. Ich werde mich nächsten Montag in Bern erkundigen, ob der Bundesrath | die Antwort Hs. in einer größern Zahl Exemplaren erhalten hat & bejahenden Falls dafür sorgen, daß auch unsere Beleuchtung ihm in mehrern Exemplaren zukommt. –

Hr. Feer ist leider immer noch in Paris festgebannt. Er hoffte Anfangs dieser Woche verreisen zu können; gestern meldete er, daß er einen Rükfall gehabt habe, der ihn an's Bett feßle. Da Hr. Feer sich nicht entschließen kann (& ich begreife es), die Angelegenheit H. dem Vicepräsidium zu überlaßen, so ist diese Erkrankung | des Hrn. Feer sehr fatal. Derselbe proponirte gestern, die verwaltungsräthliche Comm. am 2. & den Verwaltungsrath am 3 Dec. zu versammeln. Da ich es nicht gerne sehe, daß die Behandlung dieser Angelegenheit in die Bundesversammlung fällt, legte ich ihm gestern noch einen frühern Zusammentritt der Comm. nahe. Ich bin indeßen zur Stunde noch ohne Antwort. –

Die Ihnen bekannte Idee des Hrn. Bundesrath Heer ist nunmehr durch das Eisenbahndep. officiell bei uns zur Anregug gebracht worden. | Ich hoffe indeßen, es werde schließlich selbst Hr. Heer zu überzeugen sein, daß die Idee nicht durchführbar & ein mißglükter Versuch Alles gefährden könnte. Hr. W. ist immer fest & vortrefflich gestimmt.

In ausgezeichneter Hochachtung Ihr freundschaftlich ergebener

J. Zingg.

Luzern d. 22 Nov. 78.

Kontexte