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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3176 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#569*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 357 | Jung, Aufbruch, S. 702–703 | Gagliardi, Escher, S. 649 (auszugsweise)

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Donnerstag, 4. Juli 1878

Schlagwörter: Demissionen, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochverehrter Herr Präsident!

Hr. Nat.Rath Feer-Herzog hat mir mit einigen Zeilen von den Verhandlungen Kenntniß gegeben, welche letzten Montag zwischen Ihnen & Hrn. Feer & Welti in Olten stattgefunden haben. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie schwer die Nachricht, daß Sie definitiv aus der Direktion der GB. auszutreten sich entschloßen haben, auf mich drükt. Wenn ich mit Rüksicht auf Ihre Gesundheitsverhältniße & andere Umstände den Entschluß auch begreife, so kann ich mich doch fast nicht in den | Gedanken finden, daß Sie nicht mehr der engern Verwaltung des Unternehmens angehören sollen, für das Sie seit 15 Jahren1 mit einer unendlichen Summe v. Arbeit & einer Hingabe ohne Gleichen sich gewidmet haben. Ich komme mir wie verwaist vor & es ergreift mich eine tiefe Traurigkeit, wenn ich nur an die Sache denke. Wollen Sie diesen Ausdruk meiner Gefühle gütigst entschuldigen & überzeugt sein, daß, wenn der Schritt unabwendbar ist, ich nie die vielen Beweise v. Freundschaft | & Wohlwollen vergeßen werde, welche Sie mir während der langen Periode unseres Zusammenwirkens für das Zustandekommen des großen Werkes haben zu Theil werden laßen. Mit der Bitte, den Ausdruk meiner steten Hochachtung & freundschaftlichen Gesinnung genehm halten zu wollen, verbleibe ich

Ihr stets ergebener

J. Zingg.

Luzern d. 4. Juli 78.

HHrn. Präsident Dr. A. Escher

in Zürich.

Kommentareinträge

1Zeitspanne seit der Gotthardkonferenz vom 7./8. August 1863 in Luzern. Eschers Kurswechsel und die Gotthardkonferenz von 1863, Die Gotthardkonferenz von 1863.