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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B3165 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#547*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 352

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Freitag, 31. Mai 1878

Schlagwörter: Demissionen, Eisenbahngesellschaften Krise/Rekonstruktion, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeehrter Herr und Freund.

Unmittelbar nach Abgang meines letzten Briefes hat mich Herr Anderwert besucht, dem ich wie Herrn Heer der Frage Ihrer persönlichen Stellung Kenntniss gab. Herr Anderwert erklärte mir meine und Herrn Heers Anschauung1 zu theilen; hielte es aber wie wir beide nicht für richtig, wenn Ihr | Rücktritt vor beendigter Reconstruction erfolgen sollte.2

Unsere Experten sind noch immer abwesend und wir wissen diesen Augenblick (31te Vormittags) nur dass Sie beabsichtigten die Wallensee-Tunel zu besuchen.3 Herrn Heer geht es heute sehr wesentlich besser4 und Herr Demme5 hat sich glücklicherweise wieder einmal geirrt resp. sich als einen Wunderdoctor | erwiesen.

Den ersten Bericht der Experten theile ich Ihnen mit.

Mit den besten Wünschen

Ihr

E Welti

Bern
31. Mai 1878.

Kommentareinträge

1 «Über die Frage Ihres Verbleibens habe ich Herrn Heer ganz einlässliche Mittheilung gemacht; er theilt die Ansicht, die ich Ihnen aussprach und hat mich förmlich ermächtigt es Ihnen zu sagen.» Emil Welti an Alfred Escher, [ 30 . Mai 1878 ].

2Welti nahm in diesen Tagen mit den Mitgliedern des Bundesrates (Heer, Anderwert, Karl Schenk) Rücksprache in Gotthardsachen sowie in der Frage nach dem Rücktritt Eschers aus der Gotthardbahn-Gesellschaft. Vgl. Emil Welti an Alfred Escher, [ 30 . Mai 1878 ]; Emil Welti an Alfred Escher, 22. Juni 1878.

3 Vgl. Emil Welti an Alfred Escher, [ 30 . Mai 1878 ].

4 Heer hatte sich das Fussgelenk verstaucht und hütete das Bett. Vgl. Emil Welti an Alfred Escher, [ 30 . Mai 1878 ].

5 Rudolf Demme (1836–1892), Arzt in Bern, Professor für Pädiatrie.

Kontexte