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Korrespondenz: Alfred Escher – Konrad Furrer
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  • von Konrad Furrer, 19. Mai 1878 Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Dankesbriefe (diverse) AES B3152+
  • 1880
  • o. J.

AES B3152 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#221*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 347

Konrad Furrer an Alfred Escher, Zürich, Sonntag, 19. Mai 1878

Schlagwörter: Dankesbriefe (diverse), Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochverehrter Herr!

Gestatten Sie einem Ihnen persönlich unbekannten Manne das tiefste Bedauern auszudrücken, daß es gemeiner Bosheit und Rachsucht gelungen, unser Volk zur Verwerfung der Gotthardsubvention zu verleiten. 1 Wenn mich einfachen Bürger dieses Resultat mit Trauer u. Schmerz erfüllt, wie viel mehr noch Sie, der Sie hochherzig und uneigennützig seit Jahren dieses große vaterländische Werk geleitet haben! Seien Sie versichert, daß, wenn auch Ihr Bestreben, Ihr Patriotismus oft in empörendster Weise verkannt wird, viele Tausende Ihrer Mitbürger, die in der Oeffentlichkeit nie das Wort ergreifen, Ihnen für all Ihre Aufopferung von ganzer Seele dankbar gesinnt sind. Ja ich hoffe, daß die Summe, die das Volk als solches nicht votiren wollte, auf freiwilligem Wege wird gezeichnet werden; denn die Ehre des Vaterlandes steht in Gefahr.

Möge Gott Ihnen Kraft und Gesundheit erhalten, daß | Sie nach all den Tagen des Kampfes, der schmerzvollen Arbeit die Freude des vollen Gelingens noch erleben. Ein guter und ein böser Genius ringen um die Seele unsers Volkes aber der Sieg der guten Sache in vergangener Zeit heißt uns getrosten Muthes vorwärts schauen in eine bessere Zukunft.

Mit den wärmsten Gefühlen dankbarer Verehrung und Hochachtung

grüßt Sie

Ihr ergebener

Kd. Furrer, Pfr.

Zürich den 19. Mai 1878.
St. Peter.2

Kommentareinträge

1Das Zürcher Stimmvolk votierte am 19. Mai 1878 gegen die Beteiligung des Kantons Zürich an der Nachsubvention für die Gotthardbahn-Gesellschaft im Umfang von 800 000 Franken. Vgl. NZZ, 20. Mai 1878; Botschaft BR GB 1878, S. 71–72; Gagliardi, Escher, S. 644; Jung, Aufbruch, S. 294, 670. – Mitte März 1878 hatte der Zürcher Kantonsrat einer solchen Beteiligung deutlich zugestimmt. Joachim Heer an Alfred Escher, 15. März 1878.

2Kirche St. Peter, Zürich.