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Korrespondenz: Alfred Escher – Heinrich Hürlimann

AES B3140 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#285*

Heinrich Hürlimann an Alfred Escher, Bern, Donnerstag, 18. April 1878

Schlagwörter: Regierungsrat ZH, Schweizerische Nordostbahn (NOB), Wahlen

Briefe

Herr Nationalrath Dr A. Escher
Präs. des Verwaltungsrathes der schweiz. Nordostbahn
EngeZürich.

Hochgeachteter Herr!

Die Geschichte von dem, der zwei Hasen zugleich nachjagt, fängt bereits an, sich bei mir zu erwahren, indem ich jetzt nach allen Richtungen in schlechterer Position bin als vor meiner Erklärung vom 13. d., u doch bin ich Ihnen noch Dank schuldig, daß Sie die Angelegenheit zu dem Ende geführt haben, wo Sie nun steht. Meinen Bedingungen, resp. der nackten Formulirung derselben haftete allerdings, ich war mir dessen bewußt, der Charakter der Außergewöhnlichkeit an; ich glaubte aber meinem Mandanten gegenüber zu voller Aufrichtigkeit verpflichtet zu sein, u scheute mich nicht, offen zu sein, weil ich mich weder hier noch dort aufdrängen will.

Wie Sie die Sache geleitet haben, ist aber jedenfalls besser u verdient meinen aufrichtigen Dank.|

Was nun meine Entschließung auf Ihre gütigen Eröffnungen von gestern betrifft, so flüstert mir gleiche Geist der Unentschiedenheit die Frage ein: ob es nicht möglich wäre, den förmlichen Antritt der Funktionen bis gegen Ende Mai zu verschieben? Ich begreife aber, daß dies nicht angehen wird, u stelle mich daher im Sinne Ihrer geschätzten Anfrage zu Ihrer Verfügung, allerdings schon jetzt überzeugt, daß darin ein Verzicht auf die Candidatur für die Regierungsrathswahlen liegt.

Ich werde mir die Ehre geben, spätestens am 1. Mai, wahrscheinlich jedoch schon Montags den 29. d. mich Ihnen zur Uebernahme der Geschäfte vorzustellen.

Genehmigen Sie, Herr Präsident!
die Versicherung meiner vorzüglichsten Hochachtung.

Dr Hürlimann

Bern den 18. April 1878.

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