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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3130 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#569*

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Sonntag, 7. April 1878

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Schifffahrt

Briefe

Luzern d. 7. April 1878

Hochverehrter Herr Präsident!

Empfangen Sie meinen besten Dank für die gefälligen Mittheilungen, welche Sie mir mit Ihrer geschätzten Zuschrift vom 5. dieß haben zukommen laßen. Ihrem Auftrage entsprechend, hat sich Hr. Kauffmann über die Mythe des «unterirdischen See's» im Gotthardt telegraphisch & brieflich ausgesprochen & ich habe nicht ermangelt auf gleichem Wege von der sehr präcisen Antwort dem Hrn. Justizrath Stadler Kenntniß zu geben. –

Ueber unser Verhalten in der Frage | der Trajektschiffe auf dem Vierwaldstättersee habe ich Hrn. Stutzer vollständig orientirt. –

Nächsten Donnerstag hoffe ich in Zürich mit Hrn. Heusler Von der Mühl zusammenzutreffen. Ich werde nicht ermangeln bei diesem Anlaße dahinzuwirken, daß er von der Veröffentlichung seines ganz unglüklichen Memoires`s Umgang nimmt & wenn es nöthig sein sollte, auch noch von dritter Seite eien Einwirkung veranlaßen.

Wie fatal die Dinge in Bern liegen, werden Sie ohne Zweifel durch die Hrn. Heer & Welti schon wißen. Immer| hin dürfte Sie der beifolgende Brief, welchen Hr. RR. Bodenheimer auf eine Anfrage des Hrn. Dr. Stählin geschrieben hat, intreßiren. Wenn wir dieses Jahr wieder verlieren, so trägt der Kt. Bern davon die Hauptschuld. Wir werden unser Budget wohl schon auf diese Eventualität einrichten müßen & gedenke ich eine bezügliche Vorlage im Laufe der nächsten Woche auszuarbeiten. –

Indem ich hoffe, daß Sie bis Donnerstag oder Freitag wieder soweit hergestellt sein werden, daß ihnen der Arzt eine mündliche Besprechung gestaltet, verbleibe in ausgezeichnetster Hochachtung

Ihr stets freundschftl. ergebener

J. Zingg.