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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3113 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#569*

Josef Zingg an Alfred Escher, Bern, Freitag, 15. Februar 1878

Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Staatsverträge

Briefe

Hochverehrter Herr Präsident!

Gestern Abend von Berlin hieherzurükgekehrt, hoffte ich heute Gelegenheit zu finden, Ihnen mündlich über das Ergebniß unsrer Verhandlungen eingehenden Bericht erstatten zu können. Nachdem ich vernommen, daß Sie verreist seien, sandte ich Ihnen vorläufig ein Exemplar des Vertragsentwurfes, sammt Beilagen. Zur richtigen Würdigung desselben gehört allerdings der Entwurf, der uns in Berlin als Grundlage für die Berathungen vorgelegt worden ist. Ich kann Ihnen indessen denselben| augenbliklich nicht senden, weil er sich noch in Henden des Hrn. Bundesrath Dr. Heer befindet.

Betreffend die einzelnen Bestimmungen des vereinbarten Vertragsentwurfes beschränke ich mich einsweilen auf die Bemerkung, daß wir nach mehrstündigen Diskußionen des ersten Punktes in der Plenars- & Ausschußsitzung den alternativen Ausweis erst haben fallen laßen, nachdem wir uns vergewißert hatten, daß die Hrn. Hoffmann & v. Bulow die vorliegende Redaktion nicht beanstanden & den Abschluß empfehlen.| Die Erörterung aller übrigen Punkte erlaube ich mir auf unsere nächste Zusammenkunft zu verschieben & bitte Sie nur noch, mich gütigst entschuldigen zu wollen, daß meine Berichte während den Verhandlungen so spärlich ausgefallen. Wir waren die ganze Zeit bis spät in die Nacht so in Anspruch genommen, daß es fast nicht möglich war, zum Schreiben zu gelangen.

Hrn. Stämpfli habe ich ersucht, die Frist für die gefl. Vermittlung bis 31 März 1878 zu verlängern.

In ausgezeichneter Hochachtung
Ihr freundschaftlich ergebener

J. Zingg.

Bern d. 15 Feb. 1878.