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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3110 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#569*

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Donnerstag, 31. Januar 1878

Schlagwörter: Eisenbahnen Bau und Technik, Eisenbahnen Finanzierung, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Gotthardbahnprojekt, Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochverehrter Herr Präsident!

Ihrem Wunsche gemäß übermache ich Ihnen hiemit im Anschluße die Aufträge, welche Hr. Moßdorf von Seite des Oberingenieurs für Beschaffung des zum Abschluße eines Forfait erforderlichen Materials betreffend die Hochbauten erhalten hat. Hr. Moßdorf hat sodann mit dem Oberingenieur noch mündliche Rüksprache gepflogen & demselben dargelegt, wie er die Aufgabe zu lösen gedenke. Hr. Hellwag habe sich mit dem eröffneten Plane einverstanden erklärt. – |

Ich füge diesen Zeilen noch bei:
1.) Ein Schreiben des Hrn. Salomonsohn v. 28. Jan. nebst meiner Antwort, woraus sie ersehen, daß die Conferenz in Berlin voraussichtlich nächsten Donnerstag den 7. Februar stattfinden wird. Hr. Dr. Stehlin hat sich mit diesem Tage einverstanden erklärt.;
2.) Eine Antwort des Hrn. Bundesrath Dr. Heer auf die zwei Fragen, welche ich an denselben zu stellen mir erlaubte. –

Ich hoffe nun nächsten Montag jedenfalls noch Gelegenheit zu finden, mit Hrn. Dr. Heer & Ihnen noch mündliche | Rüksprache nehmen zu können, indem wir, wie ich denke, wohl erst Dienstags verreisen werden. –

Das Direktorium der Centralbahn stellt an den Uebermorgen zusammentretenden Verwaltungsrath den Antrag eine Betheiligung an der Nachtragssubvention v. 8 Mill. Franken im Betrage v. 750,000 fs. zuzusagen, wenn die NOB. den gleichen Betrag übernehme & die restl. 6.500,000 vom Bund & den Kantonen im Allgemeinen auf Grundlage des Repartitionstableau's v. 17 Jan. 78 geliefert werden; der Betrag v. fs. 750,000 der CB. vom Bunde als verzinsliches Darlehen vorgestrekt wird & die Rekonstruktion des Gotthardunter| nehmens auf Grundlage des Luzerner protokolls überhaupt als gesichert zu betrachten sei. Das Direktorium behält sich sodann noch Kenntnißgabe an das Comite des Pariseranleihens vor. –

Mit ausgezeichneter Hochachtung

Ihr freundschaftl. ergebener

J. Zingg.

Luzern d. 31. Jan. 1878.