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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B3106 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#547*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 336

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Freitag, 25. Januar 1878

Schlagwörter: Bundesrat, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Gotthardbahnkonferenzen, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeehrter Herr und Freund

Ich wollte erst mit Herrn Heer reden bevor ich auf Ihren Brief antwortete; da diess erst heute geschehen konnte mögen Sie die Zögerung entschuldigen. Die Bedingung 3. wurde im Bundesrath auf Veranlassung des Antrages aufgestellt welcher das Verbot von Differentialtarifen zum Gegenstand hatte. Man glaubte | dadurch diesen Antrag beseitigen zu können und blieb dann bei der Bedingung weil wir von der Voraussetzung ausgiengen, es enthalte dieselbe keinerlei Schädigung der Gotthardbahn, eine Meinung, die auch ich nach Vergleichung der cantonalen Concessionen mit dem internationalen Vertrag theilte.

Die Bedingung, welche übrigens schon | vor der Conferenz1 von dem Bundesrath aufgestellt und in der Conferenz besprochen wurde, kam bei unserer letzten Besprechung (am Samstag) wohl darum nicht zur Sprache weil wir, wie gesagt, die Sache für unerheblich hielten. Ich muss gestehen, dass mich Ihre Auffassung überrascht und beunruhigt, hoffe aber es werde zur Zeit noch mög. | sein eventuell darauf zurück zukommen.

Ich ersuche Sie um Ihre weiteren Mittheilungen2, da ich über Ihre Anschauung der Sache noch nicht im Klaren bin.

Mit herzlichem Grusse

Ihr

E Welti

Bern

25. Januar 1878.

Kommentareinträge

1Gemeint ist vermutlich die Konferenz der Siebnerkommission vom 17. Januar 1878, an der ein Vorschlag zur Verteilung der Schweizer Nachsubvention erarbeitet wurde. Die Rekonstruktion der Gotthardbahn, Absatz 13.

2Ein bezüglicher Brief Eschers konnte nicht ermittelt werden.

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