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Korrespondenz: Alfred Escher – Karl Schenk

AES B3100 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#429*

Karl Schenk an Alfred Escher, Bern, Mittwoch, 16. Januar 1878

Schlagwörter: Deutscher Reichstag, Eisenbahnen Bau und Technik, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Gotthardbahnprojekt, Presse (allgemein), Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Der Bundespräsident
der
Schweizerischen Eidgenossenschaft

confidentiell.

Herrn Nationalrath Dr. Escher in Zürich.

Hochgeachteter Herr,

Herr Minister Roth schreibt mir unter Anderm: «Noch erlaube ich mir Sie vorläufig um confiden tielle Mittheilungen darüber zu ersuchen, ob die Schritte, welche in der Schweiz gethan werden sollen, nun für den Bau der Zufahrtslinien Baugesellschaften zu finden, welche die Sache à forfait zu übernehmen hätten, zu irgend einem Resultate geführt haben und ob man Hoffnung haben kann, daß dieser Plan realisirt werde. – Hier würde, wie Sie wissen, ein solches Vorgehen lebhaft begrüßt und ist es unzweifelhaft, daß im Reichstage bei der Behandlung der Nachsubventionsfrage eine Interpellation in diesem | Sinne erfolgen würde, sei es, daß man speciell die Uebergabe der Zufahrtslinien an eine Bau gesellschaft , in Generalentreprise, als einzig annehmbare Garantie betont, sei es, daß man mehr allgemein die nöthige Sicherheit dafür verlangt, daß wirklich mit den 40 Millionen das Unternehmen zu Ende geführt werden kann.»

Da ich nicht hinlänglich informirt bin, um die gestellte Frage beantworten zu können, so möchte ich Sie bitten, mir gefälligst mittheilen zu wollen, wie sich die Direction zu dem Gedanken einer à forfait Uebernahme durch eine oder mehrere Baugesellschaften stellt, ob ernstliche Aus sicht auf das Zustandekommen von solchen vorhan den ist und ob man glaubt, schon vor Sicherung der nöthigen Mittel zur Ausführung mit einer solchen Gesellschaft einen sie auf längere Zeit bindenden Vertrag abschließen zu können.

Ueber die Ergebnisse der letzten Verhandlungen mit dem Consortium haben die Zeitungen | Mittheilungen gemacht. Da auf die Genauigkeit derselben nicht immer zu rechnen ist, so würden Sie mich sehr verbinden, wenn Sie mich darüber infor miren wollten, ob die von der Presse gebrachten Nachrichten vollständig richtig seien.

Genehmigen Sie die Versicherung meiner vorzüglichen Hochachtung u. Ergebenheit

Schenk.

Bern, d. 16t Jan. 1878.

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