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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B3099 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#569*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 332

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Montag, 14. Januar 1878

Schlagwörter: Demissionen, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB)

Briefe

Hochverehrter Herr Präsident!

Durch die Rücksprache mit dem Chef des Tarifbureau's1 bin ich in der Ueberzeugung bestärkt worden, daß für die Tessinischen Thalbahnen bis Ende 1881 ein Reinertrag von 500,000 Fs. in Aussicht genommen werden darf. Derselbe entspricht einer kilometrischen Mehreinnahme von etwa 2000 Fs. pro Jahr, eine Zunahme, welche meines Erachtens sehr bescheiden gehalten ist. –

Anliegend sende ich Ihnen einige Exemplare des autographirten Schreibens2 des Hrn. Salomonsohn3.|

Sie können sich wohl denken, wie außerordentlich peinlich & schmerzlich mich Ihre Rüktrittserklärung aus der Direktion der GB. berührt hat. Ihr Schritt ist zwar ganz korrekt & Ihren frühern Erklärungen entsprechend. Ich hoffe auch noch, daß es nicht zur Ausführung des Entschlußes kommen werde. Aber es beunruhigt mich in hohem Grade, daß die Frage nur einmal so gestellt werden konnte.

Ich habe vorläufig den Gedanken, die Direktion dürfte dem Verwaltungsrathe vorschlagen, es sei | dem schweiz. Eisenbahndepartement zu erwidern, daß die Umstände, welche s. Z. den transitorischen Beschluß veranlaßten, noch fortbestehen & daß die Organe der Gesellschaft mehr denn je der Ansicht seien, Ihre Mitwirkung bei der Ausführung der GB. sei für das Unternehmen wichtiger, als eine ganz vorübergehende Theilung des Sitzes der Verwaltung. Ich hoffe auch, Sie würden eine Bitte der Direktion & des Verwaltungsrathes, Sie möchten einstweilen Ihrer Erklärung keine weitere Folge geben, nicht ganz unberüksichtigt laßen.

Inzwischen mit dem Ausdruke ausgezeichneter Hochachtung

Ihr freundschaftlich ergebener

J. Zingg.

Luzern d. 14. Jan. 78.

Kommentareinträge

1 Carl Düggeli (1840–1914), Luzerner Mathematiker, Chef des Tarifbüros der Gotthardbahn-Gesellschaft.

2Schreiben nicht ermittelt.

3 Adolph Salomonsohn (1831–1919), Direktor der Disconto-Gesellschaft in Berlin.