Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Maximilian Heinrich von Roeder

AES B3011 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#412*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 300

Maximilian Heinrich von Roeder an Alfred Escher, Interlaken, Sonntag, 22. Juli 1877

Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Familiäres und Persönliches, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB)

Briefe

KAISERLICH
DEUTSCHE GESANDTSCHAFT

Interlaken den 22. 7. 77.

Vertraulich.

Von Berlin aus kommt mir soeben die vertrauliche Anfrage schleunigst zu ermitteln «wo die Actien u Obligationen der Gotth.Bahn placirt, resp. zu welchen Beträgen sich dieselben noch in den Händen der Finanz-Konsortiums befinden?» -

Bitte, verehrter lieber Freund, mich womöglich darüber instruirt zu machen.

Entre nous man ist nirgends fertig u soll ich Morgen Ter| minverlegung auf 31 Septr. beantragen.1 (sic) –

Von Freund Erhard2 höre ich Gott Lob Gutes über die liebe Kolonie, auch hier geht es summarisch gut, nur nehmen Quälereien u Scherereien neben den Arbeit täglich überhand.

Nun durch musz man – und dem guten Erhard's Melancholie wird wohl mit diesem Motto auch zu heilen sein.

Viel Liebes dem Seefräulein3 – Von Herzen Gott befohlen

Ihr

treu ergebener

alter

Roeder

Kommentareinträge

1Am 23. Juli 1877 teilte Roeder dem Bundesrat mit, dass die Regierung des Deutschen Reichs die Frist zur Eingabe einer Antwort betreffend die Luzerner Konferenz auf den 30. September 1877 zu verschieben wünsche. Vgl. Prot. BR, 24. Juli 1877; Joachim Heer an Alfred Escher, 21. Juli 1877.

2 Friedrich Gustav Ehrhardt (1812–1896), Hausfreund der Familie Escher und enger Vertrauter Alfred Eschers, war für ihn verschiedentlich als Anwalt in Privat- wie in NOB-Angelegenheiten tätig.

3 Lydia Escher (1858–1891), Tochter von Augusta und Alfred Escher.