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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2984 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#547*

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Montag, 14. Mai 1877

Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahngesellschaften Krise/Rekonstruktion, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Gotthardbahnkonferenzen, Schweizerische Nordostbahn (NOB)

Briefe

Hochgeehrter Herr und Freund

Vielen Dank für die beiden wieder beiliegenden Actenstücke. Koller hat heute wieder geschrieben. Er theilt mit Maraini habe ein Finanzproject ausgearbeitet, das auf folgender Grundlage beruhe:

1. Verschiebung der nördl. Zufahrtslinien und des Monte Cenere.

2. Aufbringung der noch nötigen 45 Millionen zur Hälfte durch Sub| ventionen zur Hälfte durch Ausgabe von staatlich garantirten Obligationen.

3. Reduction des Zinses der 18 Millionen Obligationen auf 4%.

4. Umwandlung der bestehenden Actien in Obligationen zu 3%.

Ob u welche neue Actien ausgegeben werden sollen davon schreibt Koller nichts. Ich mache Ihnen diese Mittheilung, da ich nicht voraus setzen kann, dass Sie von diesem marainischen Project (über das ich übrigens nur aus dem Gedächniss referire) Kenntniss haben. Wir haben Koller | beauftragt sich in keiner Weise auf derartige Propositionen einzulassen sondern einfach auf Beschickung der Conferenz zu dringen.

Im Übrigen enthält der Brief nichts bemerkenswerthes.

Dass Sie Aussicht haben mit Glarus an ein Ziel zu kommen habe ich gestern von Herrn Anderwert erfahren. Wir befürchten nur die N.OB. werde kaum in der Lage sein gleich günstige Bedingungen auch den andern Betheiligten zu bieten u es könnten hiedurch namentlich die Verhandlungen mit dem rechten | Seeufer um so schwieriger werden.

Mit herzlichem Grusse

Ihr Ergebenster

E Welti

Bern
14. Mai 1877.

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