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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2972 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#547*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 291 | Jung, Aufbruch, S. 668–669 (auszugsweise)

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Montag, 30. April 1877

Schlagwörter: Gotthardbahnkonferenzen, Gotthardbahnprojekt, Staatsverträge

Briefe

Hochgeehrten Herrn und Freund

Besten Dank für die Mittheilung der beiden wieder mitfolgenden Actenstücke.1 Von Herrn Roth2 ist heute die schriftliche Bestätigung seiner telegr. Depesche über die Unterhaltung mit Hoffmann3 eingegangen.4 Es ergiebt sich daraus, dass alle Puncte in der Conferenz besprochen werden sollen und dass Deutschland auf die präliminare Verhandlung völlig verzichtet; dagegen bestehe es vorläufig auf seinen Vorschlägen und sei aber bereit an dem sich ergebenden Deficit im gleichen Verhältniss wie im 1869r Vertrage5 sich zu betheiligen.

Mit freundschaftlichem Grusse

Ihr

E Welti

Bern 30 April 1877.

Kommentareinträge

1Vermutlich handelt es sich hierbei um den Brief Clemente Marainis an Escher vom 26. April sowie eine Abschrift der Antwort Eschers auf diesen vom 29. April 1877. Vgl. Clemente Maraini an Alfred Escher, 26. April 1877; Alfred Escher an Emil Welti, 29. April 1877; Alfred Escher an Clemente Maraini, 29. April 1877.

2 Arnold Roth (1836–1904), ausserordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister der Schweiz in Berlin.

3 Karl von Hofmann (1827–1910), Staatsminister ohne Geschäftsbereich des Königreichs Preussen und Präsident des Reichskanzleramts des Deutschen Reichs.

4 Vgl. Prot. BR, 30. April 1877. – Bereits bei Mitteilung der telegraphisch eingetroffenen ersten Nachricht Roths über das Gespräch mit von Hoffmann urteilt Welti, es sei «nun wieder ein Stein des Anstosses beseitigt» . Emil Welti an Alfred Escher, 28. April 1877.

5Gemäss Staatsvertrag von 1869 übernahmen Deutschland und die Schweiz eine Beteiligung von je 20 Mio. Franken, Italien eine solche von 45 Mio. Franken. Die Gotthardvereinigung, Die internationale Gotthardkonferenz von 1869.