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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2964 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#186* (Abzug)

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 289

Alfred Escher an Emil Welti, Zürich, Donnerstag, 26. April 1877

Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Gotthardbahnprojekt, Krankheiten

Briefe

Hochverehrter Herr & Freund!

Herzlichen Dank für Ihre freundlichen Mittheilungen vom 23. & 24 dss. Mon.

In Folge Ihres Schreibens vom 23. habe ich die in Abschrift beiliegende Depesche No 11 an Maraini gerichtet & gestern Abend spät die ebenfalls in Copie angebogene Antwort No 2 von demselben erhalten. Nach derselben zu urtheilen nimmt die Gotthardbahnangelegenheit in Italien eine schlimme Wendung & bestätigt sich der von Ihnen ausgesprochene Verdacht vollständig. Ich wollte in diesen Tagen einmal schnell zu Ihnen herüberkommen, um | über die Gotthardsache & auch noch über andere Dinge mit Ihnen mündliche Rücksprache zu nehmen. Es wird nun aber angezeigt sein, dieses Vorhaben zu verschieben, bis ich die von Maraini angekündigten brieflichen Mittheilungen nebst Documenten erhalten haben werde.2

Stoll3 ist krank. Seit 8 Tagen darf er niemanden, auch mich nicht, sehen. Ich bin sehr besorgt um den ausgezeichneten Mann & treuen Freund. Daß sich in Folge dieser neuen Calamität meine Arbeitslast noch erheblich vermehrt, brauche ich Ihnen nicht erst zu sagen.

Von ganzem Herzen

Ihr

Dr A Escher

Zürich
26 April 1877

Kommentareinträge

1Beilage nicht ermittelt.

2Mit Datum vom 26. April 1877 sandte Maraini Escher die erwarteten weiteren Mitteilungen zur Position der italienischen Regierung sowie eine Abschrift der in seinem Brief vom 24. April erwähnten Note des italienischen Ministers für öffentliche Arbeiten Giuseppe Zanardelli an den italienischen Ministerpräsidenten Agostino Depretis. Vgl. Clemente Maraini an Alfred Escher, 26. April 1877.

3 Georg Stoll (1818–1904), Verwaltungsrat der Gotthardbahn-Gesellschaft, Vizepräsident des Verwaltungsrats der Schweizerischen Nordostbahn, Direktionsmitglied der Schweizerischen Kreditanstalt.