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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B2963 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#569*

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Dienstag, 24. April 1877

Schlagwörter: Diplomatische Aktivitäten, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB)

Briefe

Gotthardbahn.
DIRECTION.

Hochverehrter Herr Präsident!

Indem ich Ihnen den Brief des Hrn. BR. Welti unter bester Verdankung wieder zugehen laße, erlaube ich mir die Bemerkung, daß die Auffaßung des Hrn. Welti vielleicht doch zu peßimistisch ist. Sollten übrigens die Dinge in Italien wirklich so liegen wie er vermuthet, so dürfte darin nun wohl Grund genug liegen, einen Specialdelegirten nach Rom zu senden, um die Angelegenheit energischer zu betreiben, als es durch Hrn. Pioda zu | geschehen scheint. Wahrscheinlich würde Deutschland diese, nur auf eine principielle Entscheidung gerichtete Einwirkung nicht übel nehmen, sondern, wie ich denke, vielmehr zu unterstützen geneigt sein. Und diese Unterstützung v. Deutschland in Rom sollte besonders eindringlich angestrebt werden.

Wir wißen ja noch aus frühern Zeiten, daß ohne wiederholte persönliche Einwirkungen in Italien die Dinge daselbst nicht vorwärts gehen wollten. Man wird jetzt wieder ähnlich verfahren müßen: | Mit Drängen nicht nachgeben, bis ein Resultat erreicht ist & wäre es am Ende auch nur ein vorläufiges provisorisches Arrangement! –

Entschuldigen Sie übrigens diese Bemerkungen; Sie wißen das Alles ja viel beßer als ich. –

Ihr freundschaftlich ergebener

J. Zingg.

Luzern d. 24 April 1877.

Hrn. Präsident Dr. A. Escher

Zürich.