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Korrespondenz: Alfred Escher – Josef Zingg

AES B2933 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#569*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 276 | Jung, Aufbruch, S. 683 (auszugsweise)

Josef Zingg an Alfred Escher, Luzern, Samstag, 3. März 1877

Schlagwörter: Eisenbahngesellschaften (diverse), Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Presse (allgemein)

Briefe

Hochverehrter Herr Präsident!

Nachdem ich in der Norddeutschen Allg. Zeitung die angebliche Berner-Correspondenz der «Polit-Correspondenz» gelesen, bin ich ganz zu der Anschauung des Hrn. BR. Welti gekommen, daß es an der Zeit sein dürfte, dieses verrätherische Treiben einmal aufzudeken. Es läßt sich nicht verantworten, aus dem Gelde der Aktionäre noch fernerhin Leute zu besolden, welche auf den Ruin der Gesellschaft hinarbeiten.1

In der Beilage2 übermittle ich Ihnen den Entwurf eines kleinen Artikels, um anzudeuten, wie nach meiner | unmaßgeblichen Ansicht der Feldzug eröffnet werden könnte. Ich würde es am paßendsten erachten, wenn ein sachbezüglicher Artikel zunächst in einem größern Basler- oder Berner blatte erscheinen würde. –

Daneben sollte dann die Angelegenheit noch von einem zweiten Gesichtspunkte aus behandelt werden, d. i. von dem Nationalen Standpunkte aus, daß die schweiz. Behörden & das schweiz. Volk unter keinen Umständen zugeben werden, daß sich eine ausländische Gesellschaft des Gotthardt bemächtige. Letzterer Punkt, recht in's Licht gestellt, – dürfte in | Berlin nicht unbeachtet bleiben.

Genehmigen Sie bei diesem Anlaße die erneute Versicherung ausgezeichneter Hochachtung

v. Ihrem stets ergebenen

J. Zingg.

Luzern d. 3. März 77.

HHrn. Präsident Dr. A. Escher in
Zürich.

Kommentareinträge

1Gemeint ist Konrad Wilhelm Hellwag.

2Beilage nicht ermittelt.