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Korrespondenz: Alfred Escher – Maximilian Heinrich von Roeder

AES B2916 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#412*

In: Jung, Aufbruch, S. 297, 661 (auszugsweise)

Maximilian Heinrich von Roeder an Alfred Escher, Vevey, Montag, 19. Februar 1877

Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Eisenbahngesellschaften Aktionärsbriefe, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Schweizerische Nordostbahn (NOB)

Briefe

Vevey den 19 Febr. 1877.

Verehrter Freund!

Als die Sache mit unserer N.O.B. leider so schief ging wollte ich nach meinen geringen Mitteln mein Vertrauen und meine Theilnahme nach meinen geringen Mitteln durch den Kauf von 50 St. Obl. bethätigen. – Es konnte sich hierbei nicht um eine Spekulation sondern um ein Bremsen handeln welches im groszen Maszstabe vielleicht hätte einen gewiszen Halt auf der abschüssigen Ebene bewirken können. –

Bei dem steten Fallen der gedachten | Actien frage ich mich ob es nicht Pflicht ist nach Verlust von 20– 30% zu verkaufen, da ich nicht in der Lage bin, auch diesen geringfügigen Posten – der für mich bedeutend ist ganz opfern zu können.

Bitte daher mit Freund Stoll diese kleine Frage, diesen Tropfen im Meer ventiliren und denselben zu ersuchen sans autre demgemäsz verfahren zu wollen.

Für den Gotthard habe ich energisch gearbeitet und komme vielleicht auf die Spur von «faux frères» die wie Holzwürmer innerlich am | Stamm nagen und diesen zu Fall bringen möchten. Hoffentlich begegnen wir uns bald einmal wieder in Bern.

Inzwischen behalten wir frischen Muth. Durch musz man!

Von Herzen Gottbefohlen u herzliche Grüsze dem lieben Schlosz Fräulein und Freund Erhard von

Ihrem
alten treu ergebenen

Roeder