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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2912 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#186* (Abzug)

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 267

Alfred Escher an Emil Welti, Zürich, Sonntag, 4. Februar 1877

Schlagwörter: Eisenbahngesellschaften Krise/Rekonstruktion, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Gotthardbahnprojekt, Schweizerische Nordostbahn (NOB)

Briefe

Hochverehrter Herr & Freund!1

Wohl wissend, wie sehr Sie sich für die Nordostbahn Angelegenheit interessiren, beeile ich mich, Ihnen beiliegend in ganz confidentieller Weise das von mir ausgearbeitete Reorganisationsproject sammt finanzieller Erläuterung zu übermitteln.2

Ich glaube, daß in der Gotthardsache an der Spree eine Intrigue der häßlichsten Art gegen die Gesellschaft & ihre Organe spielt, & ich habe die Befürchtung, daß Schweizerischer Seits das Terrain dieser Intrigue allzu sorglos überlassen wurde.3 Möge ich mich irren!

Herzlich

Ihr

Dr A Escher

Zürich
4. Febrr 1877

Kommentareinträge

1Nachträgliche Notiz oben links von Eschers Hand mit Bleistift: «H. Bdsr. Welti, Bern» .

2Beilage nicht ermittelt. – Escher präsentierte eine zur finanziellen Reorganisation der Schweizerischen Nordostbahn eingesetzte Verwaltungsratskommission. Vgl. Bericht Dir. NOB an GV [30. Juni 1877], S. 3;.

3 Ähnlich äussert sich Escher Mitte Februar gegenüber Joachim Heer bzw. Maximilian Heinrich von Roeder. Auch Roeder beurteilte die Situation in Berlin ähnlich. Vgl. Maximilian Heinrich von Roeder an Alfred Escher, 19. Februar 1877;Alfred Escher an Joachim Heer, 19. Februar 1877; Alfred Escher an Maximilian Heinrich von Roeder, 21. Februar 1877. – Bundesrat Karl Schenk äusserte den Verdacht, dass mehr noch in Rom als in Berlin «Intriguen gegen die gegenwärtige Gotthardbahngesellschaft» bestünden. Fridolin Anderwert an Alfred Escher, 1. März 1877.