Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Weber
  • 1820
  • 1830
  • 1840
  • 1850
  • 1860
  • an Johann Weber, 18. November 1869 Schlagwörter: Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Gotthardbahnprojekt AES B4750
  • 1870
  • von Johann Weber, 14. August 1873 Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Bern-Luzern-Bahn (BLB), Schweizerische Centralbahn (SCB), Eisenbahnen Bau und Technik AES B2652+
  • von Johann Weber, 15. Mai 1874 Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Personelle Angelegenheiten, Rechtliches AES B2658
    1. von Johann Weber, 29. September 1875 Schlagwörter: Eisenbahnen Bau und Technik, Personelle Angelegenheiten, Expropriationen, Demissionen, Ständerat, Rechtliches AES B2688+
    2. an Johann Weber, 25. November 1875 Schlagwörter: Schweizerische Centralbahn (SCB), Schweizerische Nordostbahn (NOB), Eisenbahnen Finanzierung, Personelle Angelegenheiten, Eisenbahnen Gutachten und Expertisen, Gotthardbahnprojekt AES B2698
    3. von Johann Weber, 27. Dezember 1875 Schlagwörter: Expropriationen, Personelle Angelegenheiten, Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Gotthardbahnprojekt AES B2702
  • von Johann Weber, 2. November 1876 Schlagwörter: Regierungsrat BE, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur), Grosser Rat BE, Bundesrat AES B2870
  • 1880
  • o. J.

AES B2870 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#533*

Johann Weber an Alfred Escher, Luzern, Donnerstag, 2. November 1876

Schlagwörter: Bundesrat, Grosser Rat BE, Regierungsrat BE, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Luzern 2 Novembre 1876.

Geehrtester Herr Präsident!

Meine Bemühungen die Regierung von Bern zur sofortigen Auszahlung der fälligen Subventionsrate zu bestimmen waren erfolglos. – Am Dienstag haben sich bei einer ersten Berathung 5 Mitglieder für die sofortige Auszahlung & 4 für vorherige Vorlage an den Großen Rath ausgesprochen, über Nacht hat Finanzdirektor Kurz den Schlotter bekommen & am Mitwoch wurde sodann mit 5 gegen 4 Stimmen voherige Vorlage an den G. R. beschlossen. – Der Beschluß wird formell erst Morgen gefaßt, die Meinungen aber so arretirt, daß daran nichts mehr zu aendern war. Dagegen habe ich die Zusicherung, daß die Regierung einstimmig dem Gr. R. die Auszahlung der Rate empfehlen wird. – Meine weitern Bemühungen habe ich sodann dahin gerichtet, daß der Gr. R. am 13 Novembre statt am 20 Nov. möchte einberufen werden, indem ich mit Nachdruck auf die enorme Verantwortlichkeit hingewiesen habe, welche für die Regierung aus der Verzögerung des Entscheides erwachsen könnte. Ich erwarte hierüber Morgen Bescheid zu erhalten. – |

Man ist in den bernischen Regierungskreisen sehr verstimmt, zunächst darüber, daß die Kantone weder von der Direktion noch vom Bundesrath irgend welche Kenntniß über die Rekonstruktionsvorschläge erhalten & daß man ihnen einfach mit 3–4 Zeilen meldet: Ihr habt auf 3ten Novembre so & so viel zu bezahlen ohne irgend einen Nachweis daß die Arbeiten vertragsmäßig gefördert worden sind. (nicht einmal das Protocoll der Tunnelkomission). – Ganz besonders erbittert ist man in diesen Kreisen über alle die Tendenzen welche dahin gehen die Linie LuzernImmensee entfallen zu lassen & es würde eine solche Schlußnahme, dessen bin ich gewiß, den Kanton Bern dem Unternehmen vollständig entfremden, selbst wenn die Liquidation die Folge davon sein sollte. – Es ist mir nicht entgangen, daß diese Stimmung von westschweizerischer Seite geschürt wird & daß man von jener Seite wieder Anknüpfungspunkte in denjenigen Kreisen sucht, welche früher dem Simplon zuneigten. – Ich habe Herrn Bundesrath Welti von diesen Verhältnissen Kenntniß gegeben & fühle mich verpflichtet diß auch Ihnen gegenüber zu thun. –

Genehmigen Sie die Versicherung meiner vollkommensten Hochachtung

Weber