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Korrespondenz: Alfred Escher – Johannes Winkler

AES B2867 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#554*

Johannes Winkler an Alfred Escher, Luzern, Dienstag, 31. Oktober 1876

Schlagwörter: Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Grosser Stadtrat Zürich, Regierungsrat ZH, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Luzern, 31. Okt. 1876.

Tit. HHerrn Präsidenten Dr A. Escher

Zürich.

Hochverehrter Herr Präsident!

In gestriger Sitzung des Größern Stadtrathes hat der Präsident der Rechnungskommission auf meine Veranlassung hin den engern Stadtrath betreffend die an die Gotthardbahn zu leistende Subventionsrata interpellirt, – &. war bereit, je nach dem Inhalte der Antwort einen Antrag auf bedingungslose Einzahlung zu stellen. Das Präsidium hat dann aber die Beantwortung bis nach Erledigung der übrigen, zum Theil gar nicht dringlichen Verhandlungsgegenstände verschoben & dadurch bewirkt, daß schließlich nicht mehr die beschlußfähige Mitgliederzahl anwesend war.

Immerhin kann ich Ihnen mittheilen, daß der engere Stadtrath beabsichtigt, für den Fall, daß die Regierung Einzahlung beschließt, sich diesem Vorgehen ohne Weiteres anzuschließen, | für den entgegengesetzten Fall dagegen den Größern Stadtrath wieder zusammenzurufen, der dann, wie ich als sicher annehme, seinerseits die Einzahlung votiren wird, &. zwar längstens am Ende der gegenwärtigen, oder am Anfange der nächsten Woche.

In hiesigen Regierungskreisen soll man auf die ingeniöse Idee verfallen sein, die Subventionsrata der Bundeskasse einzuliefern, aber im Sinne der «Hinterrechtlegung». – Hr. Kopp sei nach Bern gerreist, um bei den Herren Bundesräthen zu sondiren, ob eine solche Hinterlegung angenommen würde. Ein anderes Regierungsmitglied dagegen (offenbar Hr. Segesser) soll erklärt haben, er werde seinen ganzen Einfluß daran setzen, damit kein Centime mehr bezahlt werde. Hr. Finanzdirektor Schnyder ist, wie ich vermuthet habe, für Einzahlung.

Ich verbleibe, Herr Präsident!

Mit ausgezeichneter Hochachtung!

Ihr ergebenster

Dr Joh Winkler

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