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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2796 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#547*

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Dienstag, 16. Mai 1876

Schlagwörter: Bundesrat, Diplomatische Aktivitäten, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Verehrtester Herr und Freund

Am 10. d. M. erhielt Herr Hammer durch den Bundesrath den Bescheid, dass er nicht für angemessen erachte eine neue Note zu schicken; er gewärtige vielmehr eine baldige Antwort u ersuche Herrn Hammer dahin zu wirken, dass dieselbe in dem Sinne | ausfalle der Ihnen aus meinen früheren Mittheilungen bekannt ist.

Auf dieses Schreiben telegraphirt nun Herr Hammer gestern

«Meine Auffassungen und Erwartungen stimmen nicht mit den Ihrigen überein; in so folgenschwerer Sache beantrage ich noch mündliche Besprechung mit Bundesrath, bevor weiteres geschieht.» |

Der Bundesrath hielt aber die Hieherkunft Hammers für ungeeignet. Dieselbe würde nicht nur in der Schweiz sondern auch im Ausland sofort mit der Gotth. Angel. in Verbindung gebracht werden, Aufsehen erregen u Erwartungen hervorrufen die nicht erfüllt würden, mit einem Wort übel wirken. Dagegen hat es der Bundesrath mir anheimgestellt | auf geeignete Weise mit Hammer in Verbindung zu treten und ich habe ihm gestern telegr. gemeldet, dass ich bereit sei – wie er mir früher schon vorgeschlagen – mit ihm unterwegs zusammenzutreffen. Ich erwarte heute seine Antwort und es wäre mir nun sehr lieb von Ihnen noch die Eröffnungen zu erhalten, die Sie in Hinblick auf dieses Rendez-vous wünschenswerth halten.

Ihr

E Welti

Bern 16. Mai 1876.