Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2778 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#547*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 229

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Montag, 24. April 1876

Schlagwörter: Diplomatische Aktivitäten, Familiäres und Persönliches, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB)

Briefe

Hochgeehrter Herr u Freund

Vor allem meinen herzlichen Dank dafür, dass Sie sich gestern mit Fräulein Lydia1 so freundlich meiner erinnert haben. Ebenso verbunden bin ich Ihnen für die freundliche Aufnahme meines Sohnes2 auf welchen die Unterhaltung mit Ihnen einen für seinen Entschluss3 offenbar sehr günstigen Ein| druck gemacht hat; ich werde mir erlauben Ihnen nächster Tage von der endlichen Erledigung Kenntniss zu geben.

Wie Sie aus meinem letzen Briefe4 wissen habe ich die Mittheilung von Pioda sofort Hammer5 zur Kenntniss gebracht, der schon Samstag Abend mit Delbrück6 eine Besprechung hatte, | über welche er telegraphisch folgendermassen berichtet:

«Delbrücks Meinung wurde in heutiger Unterredung nicht in der Weise ausgesprochen, wie solche nach Rom gelangte; namentlich handelte es sich nicht um Ablehnung. Ich werde noch mit Bülow7 conferiren, der die Antwort zu erlassen hat.»|

Herr Röder hat ebenfalls einen sehr eindringlichen Wunsch um Beschickung der Conferenz nach Berlin gelangen lassen, von dem er mir heute die Abschrift geschickt hat.

Von Herzen

Ihr

E Welti

Bern
24. April 1876. 8

Kommentareinträge

1 Lydia Escher (1858–1891), Tochter von Augusta und Alfred Escher.

2 Friedrich Emil Welti (1857–1940), angehender Jurist und Historiker, Sohn von Carolina und Emil Welti.

3Escher hatte Welti zuvor über die beruflichen Perspektiven dessen Sohns beraten und diesem eine Anstellung bei der Schweizerischen Rentenanstalt oder der Schweizerischen Kreditanstalt in Aussicht gestellt. Alfred Escher an Emil Welti, 7. April 1876.

4 Vgl. Emil Welti an Alfred Escher, 22. April 1876.

5 Bernhard Hammer (1822–1907), Bundesrat (SO), ausserordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister der Schweiz in Berlin. Alfred Escher an Emil Welti, 7. April 1876, Fussnote 2.

6 Rudolph von Delbrück (1817–1903), Staatsminister ohne Geschäftsbereich des Königreichs Preussen und Präsident des Reichskanzleramts des Deutschen Reichs.

7 Bernhard Ernst von Bülow (1815–1879), Staatssekretär des Auswärtigen Amts des Deutschen Reichs.

8Nachträgliche Notiz von dritter Hand mit Bleistift: «[1876]» .