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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2764 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#547*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 222

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Samstag, 15. April 1876

Schlagwörter: Bundesrat, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB)

Briefe

Hochgeehrter Herr u Freund

Ich bedaure mit Ihnen, dass die Publication Ihrer Antwort1 so lange auf sich warten lässt; aber Sie werden begreifen dass ich dabei nichts weiter thun kann, als was bereits geschehen ist.

Die Mittheilungen die hier seit | Ihrer letzten Anwesenheit eingegangen sind haben keinen besondern Werth, ausser dem dass sie für Berlin eine äusserst schlechte Stimmung constatiren. Ich muss einen Beweis hiefür auch in dem Verhalten des Herrn v. R.2 erblicken der mir sehr niedergeschlagen erscheint, weil er mir in einem fort vorstellt, man dürfe den | Muth nicht sinken lassen. Wenn ich nicht sehr irre so richtet sich in Berlin das Missbehagen wesentlich gegen die Personen und zwar sowol gegen die Direction als gegen den Bundesrath und dessen Inspector.

Den Brief von Herrn Fierz lege ich wieder bei;3 aus Italien erfahren wir wie gewöhnlich gar | nichts. Von allem wissenswerthen sollen Sie unterrichtet bleiben.

Ihr

E Welti

Bern
15. April 1876.

Kommentareinträge

1Gemeint ist die Stellungnahme der Direktion der Gotthardbahn-Gesellschaft zu den in der «Norddeutschen Allgemeinen Zeitung» erschienenen Artikeln. Escher hielt es für «sehr wünschbar» , dass seine «Antwort auf die 3 Artikel in der Norddeutschen endlich einmal erscheine» . Alfred Escher an Emil Welti, 13. April 1876. Vgl. Alfred Escher an Emil Welti, 12. April 1876; Die Rekonstruktion der Gotthardbahn, Probleme mit Oberingenieur Hellwag.

2Gemeint ist vermutlich Maximilian Heinrich von Roeder.

3Am 13. April 1876 schickte Escher Welti als Beilage den Brief von Fierz vom 9./10. April 1876. Vgl. Alfred Escher an Emil Welti, 13. April 1876; Johann Heinrich Fierz an Alfred Escher, 9. / 10. April 1876.

Kontexte