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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2751 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#547*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 218

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Montag, 10. April 1876

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Presse (allgemein)

Briefe

Hochgeehrter Herr u Freund

Ich war im Begriffe Ihre Antwort nach Berlin zu schicken1, als ich von Herrn Hammer2 folgende Depesche erhielt:

«Artikel der NDAZeitung , auch der vom 4t April3 über Gotthard scheinen mir offiziösen Ursprungs. Gestrige Unterredung mit Delbrück4 | und anderes bestärken diese Meinung.»

Was soll ich nun thun? Haben Sie die Güte mich telegraphisch wissen zu lassen, ob ich die Sendung abgehen lassen soll oder nicht.5 Um die Post nicht zu versäumen berühre ich weiteres nicht und danke nur für Ihren | Rath wegen meines Sohnes6.

Ihr ganz ergebenster

E Welti

Bern 10. April 1876.

Kommentareinträge

1Escher hatte Welti die Stellungnahme der Direktion der Gotthardbahn-Gesellschaft zu den in der «Norddeutschen Allgemeinen Zeitung» erschienenen Artikeln gesandt. Alfred Escher an Emil Welti, 7. April 1876.

2 Bernhard Hammer (1822–1907), Bundesrat (SO), ausserordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister der Schweiz in Berlin. Alfred Escher an Emil Welti, 7. April 1876, Fussnote 2.

3 Vgl. Norddeutsche Allgemeine Zeitung, 4. April 1876.

4 Rudolph von Delbrück (1817–1903), Staatsminister ohne Geschäftsbereich des Königreichs Preussen und Präsident des Reichskanzleramts des Deutschen Reichs.

5 «Wünsche, daß Sendung abgehe. Angriffe, wie die fraglichen, begründen ein Recht zu entschiedener Abwehr.» Telegramm Escher an Emil Welti, 11. April 1876 (BAR J I.67-8).

6 Friedrich Emil Welti (1857–1940), angehender Jurist und Historiker, Sohn von Carolina und Emil Welti.