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Korrespondenz: Alfred Escher – Adolph von Hansemann

AES B2714 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#249*

Adolph von Hansemann an Alfred Escher, Berlin, Dienstag, 15. Februar 1876

Schlagwörter: Eisenbahnen Finanzierung, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Gotthardbahnkonferenzen, Gotthardbahnprojekt, Rothschild (Bankhaus)

Briefe

Berlin, den 15. Februar 1876.

Hochverehrter Herr Praesident

Ihre Mittheilungen vom 12t dss. empfing ich in dem Augenblick, wo ich im Begriff stehe, eine Reise nach Westphalen und dem Rhein anzutreten, die auf vier Tage berechnet ist, event. sich jedoch nach Paris erweitern und alsdann auf eine längere Zeit erstrecken wird. In Paris habe ich mit dem Hause Rothschild über die Emission der Ungarischen Gold-Renten-Anleihe zu verhandeln und hänge, was den Zeitpunkt dieser Verhandlung betrifft, von Rothschilds ab. Ich werde Ihre Mittheilungen auf der Reise näher studiren, kann mich aber schon jetzt des Eindrucks nicht erwehren, daß das Resultat der Kostenberechnung ein wahrhaft erschreckendes ist. –

Außer allem Zweifel muß die Inter| nationale Conferenz aufs Neue zusammentreten, deren frühere Berechnungen die Grundlage des ganzen Unternehmens sind. Auch scheint mir Ihre Reise nach Berlin eine dringende Nothwendigkeit zu sein, um dem Reichskanzler und dem Praesidenten Delbrück eine persönliche Darstellung der Sachlage zu geben und damit einen Anhaltspunkt zu gewinnen, welche Stellung die Vertreter des Deutschen Reiches bei der weiteren Verhandlung in der Internationalen Conferenz nehmen werden. Wesentlich von dem, was die Gesellschaft von dieser Conferenz zu erwarten hat, dürfte die weitere Behandlung im Verwaltungsrathe abhängen, – worüber wir dann gleichzeitig mündlich conferiren können.

Mit vorzüglicher Hochachtung

Ihr ganz ergebener

A v Hansemann

Ich werde Ihnen demnächst telegrafiren wenn ich wieder in Berlin bin

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Nachträgliche Notiz von Eschers Hand: «empf: 17 " "» .