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Korrespondenz: Alfred Escher – Johann Ulrich Schiess

AES B2636 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#534*

Johann Ulrich Schiess an Alfred Escher, Bern, Mittwoch, 18. September 1872

Briefe

Hochgeachteter Herr Präsident.

Wegen eines verübten Sakrilegiums muß ich Sie höflichst um Verzeihung bitten. Eben bringt mir der Weibel ein Telegramm aus Freiburg mit folgender Adreße:

«Mr. Escher, président Commission d'occupation frontières palais fédéral Berne »

& fragt mich ob ich wiße daß Sie hier seien oder etwa im Laufe des Tages kommen würden. Ich verneinte die Fragen, dachte aber sofort das Telegramm komme von dem Komißionsmitgliede H. Weck & enthalte die Rückäußerung auf meine gestrige Einladung, da Sie nun diese Angelegenheit gestern mir übertragen hatten, so war ich so frei die Depesche abzusetzen; sie lautet so:

«Ne puis assister cette semaine à la comission, assisterai à celle du 23»
Ls. Weck Reynold. |

In meinem Gestrigen an H. Weck sagte ich aber rein nichts von cette semaine, sondern ich berief ihn wie die andern HH. einfach auf Montag den 23 d.

Damit betrachte ich den Zwischenfall als erledigt, hoffe aber bestimmt von Ihnen am Montag mündlich die erbetene Absolution zu empfangen.

Indessen empfihlt sich Ihnen in bekanter Liebe & Verehrung

Ihr zerknirschter
Depeschen-Geheimnis-Verlezer

Bern 18 Sept.
1872

Kontexte