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Korrespondenz: Alfred Escher – Adolph von Hansemann

AES B2563 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#186* (Abzug)

Alfred Escher an Adolph von Hansemann, Zürich, Freitag, 20. Oktober 1871

Schlagwörter: Bewerbungen/Empfehlungen/Referenzen, Bundesrat, Familiäres und Persönliches, Gotthardbahn-Gesellschaft (GB), Gotthardbahnprojekt

Briefe

Zürich 20 October 1871.

Hochverehrter Herr Geheimrath!

Über unserm großen Geschäfte habe ich auch Ihre Privatangelegenheit nicht vergessen, nämlich die – Anstellung einer Bonne für Ihr liebes Mädchen, das der «Gutherzigkeit» seines Vaters so warme Anerkennung zollt! Ich habe mit der Gattin des französischen Pfarrers in Zürich, Frauen Pfarrer Jaccard, sachbezügliche Rücksprache nehmen lassen. Sie hat eine junge Tochter in der französischen Schweiz, welche für die fragliche Stelle sehr geeignet wäre, im Auge, wünscht aber noch zu wissen, welche Gage ihr in Aussicht gestellt werden dürfte.

Während ich den beiliegenden Ge| schäftsbrief hier in Zürich dictirt habe, wird in Bern zwischen einer Commission des Gotthardausschusses & des Bundesrathes über die Frage des Sitzes & der Organisation der Gesellschaftsbehörden der Gotthardunternehmung berathen. Ich habe es abgelehnt, an den bezüglichen Verhandlungen, wie wichtig sie auch sind, Theil zu nehmen, da ich mich immer mehr davon überzeugen muß, daß bei denselben nicht darnach gefragt wird, was im Interesse des großen noch zu schaffenden Werkes liege, sondern daß der Krähwinkel & demagogisches Coteriewesen den Ausschlag geben zu sollen scheinen! Dieß selbstverständlich ganz unter uns.

In freundschaftlicher Hochachtung
ganz Ihr

Dr A Escher

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