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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2560 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#547*

Emil Welti an Alfred Escher, s.l., Sonntag, 15. Oktober 1871

Schlagwörter: Bundesrat, Deutscher Bundesrat, Gotthardbahnprojekt

Briefe

Hochgeehrter Herr u Freund

Der beiliegende Brief hat mich nur einen Augenblick geärgert; nachher hat er einen mehr komischen Eindruck auf mich gemacht. Diese Spiessbürgerei angesichts des erkämpften grossen Werkes ist schliesslich doch nicht dazu angethan einem die Freude zu verderben. Dass ich übrigens der Veranlasser des schrecklichen Passus | bin werde ich den Herrn kund thun.

Von Berlin berichtete Hammer gestern, «dass Delbrück die Vorlage an den Bundesrath gemacht habe und den Vertrag in Berlin abschliessen wolle». Heute erwarten wir den bestätigenden Brief dessen Inhalt ich Ihnen zur Kenntniss bringen werde.

Gestern war ich in Zürich und wollte auch Ihnen einen Besuch ma| chen, als mir Herr Ehrhardt sagte, dass Sie Nachmittags verreisen werden. Ich wollte Sie übrigens nur grüssen u hatte gar nichts zu berichten.

Der Bundesrath hat bisher eine Haltung eingenommmen die von allen Nebenrücksichten frei war u ich hoffe daher er werde sich in Zukunft nicht beirren lassen. Die Bestimmung wonach der Bundesrath 6 Mitglieder | in den Verwaltungsrath zu wählen hat wurde von einigen Mitgliedern des Ausschusses ebenfalls nicht beifällig aufgenommen. Ich kann wirklich nicht begreifen, warum wir nicht in Gnaden sind.

Die von Ihnen veranlasste Bekanntmachung des Vertragsinhaltes billige ich in allen Theilen.

Von ganzem Herzen

Ihr

E Welti

15. Oct. 1871.

Kontexte