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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2545 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#80*

Alfred Escher an Emil Welti, Zürich, Donnerstag, 31. August 1871

Schlagwörter: Regierungsrat AG, Regierungsrat ZH, Schweizerische Nordostbahn (NOB)

Briefe

Hochverehrter Herr & Freund!

Unter gebührender Berücksichtigung Ihres mir mit gef. Zuschrift vom 29. dss. Mon. mitgetheilten Befundes hat die Direction der N.O.B. beschlossen, die in Abschrift beiliegenden zwei Zuschriften an die Regierung von Zürich & an diejenige von Aargau zu erlassen. Als Schiedsrichter haben wir die Hh. Obergerichtspräs. Meßmer in Frauenfeld & Nationalrath Karrer in Sumiswald in Aussicht genommen. Sobald diese Herren die Annahme der Wahl erklärt haben werden – & ich hoffe, es wer| de dieß im Laufe des morgenden Freitags geschehen – sollen die Schreiben an Adresse abgehen.

Ich komme nun, Sie zu bitten, mich gef. darüber vergewissern zu wollen, ob Sie mit dem Inhalte der beiden Schreiben einverstanden seien. Da sie noch nicht an ihren Bestimmungsort abgegangen sind, könnten noch Änderungen in denselben angebracht werden. Ich glaube mich indessen der Hoffnung hingeben zu dürfen, daß die Schreiben Ihrer Anschauungsweise entsprechen & daß im besondern das an die Regierung von Aargau gerichtete Schreiben dazu geeignet sein sollte, sie in die Lage zu setzen, in dieser für die Aargauischen Landesinteressen so wichtigen Angelegenheit | auf angemessene Art in Action zu treten. Wenn ich im Laufe von Morgen (Freitag) Vormittag keine gegentheilige Mittheilung von Ihnen erhalte, so nehme ich an, Sie seien mit den beiden Schreiben einverstanden.

Erlauben Sie mir nun noch eine weitere Bitte, die dahin geht, die Regierung von Aargau veranlassen zu wollen, ihre Thätigkeit in Sachen unmittelbar nach Empfang unsers Schreibens zu beginnen. Da uns bis 30. Septr eine zerstörliche Frist – allerdings widerrechtlicher Weise – gesetzt ist, so ist keine Zeit mehr zu verlieren.

Über meine Verrichtungen in Deutschland hoffe ich Ihnen bald mündlichen Bericht erstatten zu können. Die Sachen stehen gut, wenn auch der Form nach nicht so glatt, wie ich es gewünscht hätte. |

Leben Sie wohl & seien Sie herzlich gegrüßt
von

Ihrem freundschaftlich ergebenen

Dr A Escher

Zürich
31. August 1871.

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