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Korrespondenz: Alfred Escher – Maximilian Heinrich von Roeder

AES B2533 | CH-BAR#J1.67#1000/1363#412*

Maximilian Heinrich von Roeder an Alfred Escher, Bern, Montag, 3. Juli 1871

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Polemiken und Anwürfe (Escher)

Briefe

Hôtel Bernerhof
Bern

Bern den 3. 7. 71.
Nachmittags

Ich kann und will nicht von dannen ziehen ohne Ihnen, verehrter Freund, zu sagen, wie viel und theilnehmend meine Gedanken bei Ihnen sind. Ohne Kenntnisz der Details ist jeder Ihrer Erfolge, als der des Guten und Zweckmäszigen, auch für mein Herz eine innere Befriedigung – Sagen Sie Sich | der Gemeinheit und Intrigue gegenüber bitte ich Sie des Wallensteinschen Reiters gleich zu denken: «Und auf das Gehudel unter mir, weit wegschauen von meinem Thier!» – Hoffentlich stellt sich noch Manches anders und besser, aber immerhin ist das Gefühl à la merci der – zu sein momentan ein schwer zu verwindendes. –

Sie sollten uns ein Mal einen Tag schenken und ein | Glas der Vergessenheit auf meiner Terasse trinken, Vergessenheit der staatlichen Züricher Gegenwart. –

Recht wohl gemeint aber hoch komisch war für mich die Idee des Her v. Freydorf der seine Rede endete mit dem Rufe «auf Wiedersehen auf dem St Gotthard» – man hätte glauben sollen Baden hätte alle Hindernisze beseitigt. – Jetzt heizt die Locomotive u da sie nicht so rücksichtsvoll als der Nordost so drückt Ihnen | die Freundeshand

Ihr

treu ergebenster

Roeder