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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2531 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

Emil Welti an Alfred Escher, s.l., Dienstag, 20. Juni 1871

Schlagwörter: Eisenbahnstrecken Konzessionen, Grosser Rat AG, Regierungsrat AG, Regierungsrat ZH, Schweizerische Nordostbahn (NOB)

Briefe

Hochgeehrter Herr

Vorgestern hatte ich eine Besprechung mit Herrn Küenzli. Derselbe wird nun eine Petition der sämmtlichen aarg. Rheinthalgemeinden, auch der von Coblenz abwärts liegenden, veranlassen und der Regierung vorschlagen, sofort an die Regierung von Zürich zu Handen des dortigen Grossen Rathes eine Erklärung einzugeben über deren Inhalt wir uns genau verständigten | und über die ich gestern mit Herrn Küenzli noch weiter schriftlich verhandelt habe. Die beiden HauptGesichtspuncte sind folgende: die Bedingung, welche die Regierung von Zürich an die Übertragung der Concession auf die N.O.B. knüpft ist eine solche welche von letzterer gar nicht erfüllt werden kann. Die N.O.B. kann erst als Inhaberin der aarg. Concession jene Bedingung erfüllen und um dieses zu werden muss sie die Zustimmung | der aarg. Behörden nachsuchen, welche auch die Bedingungen festsetzen werden unter denen die Übertragung zugestanden wird. Die Regierung von Zürich begiebt sich also mit ihrem Vorschlag auf ein ganz fremdes Rechtsgebiet. – Rein materiell die Sache betrachtet wird die Regierung von Aargau nie dazu helfen die N.O.B. zu zwingen auf dem Viaduct einzumünden. Die aarg. Interessen finden ihre Rechnung bei der Einmündung in die Station Coblenz etc.|

Ich hoffe nun die Regierung wird auf den Vorschlag eingehen und habe die grösste Eile anempfohlen.

Von Herrn Gonzenbach erhielt ich gestern den inliegenden Brief der mich in meiner Meinung bestärkt die ich Ihnen mündlich mittheilte. Ich erlaube mir noch eine Frage: Halten Sie dafür dass wir nach Ergänzung unserer Subvention mit Italien ratificiren sollen u können ohne auf Deutschland zu warten? Es wäre viel werth.

Mit freundschaftlichem Grusse

Ihr

E Welti

20. Juni 1871.