Navigation

Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2508 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 148

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Montag, 23. Januar 1871

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Öffentliche Beteiligungen (Infrastruktur)

Briefe

Hochgeehrter Herr

Mit verbindlichstem Danke stelle ich Ihnen den Brief1 von Herrn Pioda wieder zu. Bei der allgemeinen Lage hat am Ende die Verzögerung keine grosse Bedeutung.2 Herrn Pioda's Rath auch zum 31ten Mal die nöthigen Schritte nicht zu versäumen3 halte ich für sehr klug und ich würde es mit Freuden begrüssen wenn, wie in dem Briefe angedeutet ist, Sie persönlich Gelegenheit hätten in Italien die Sache zu betreiben; es müsste das von grossem Erfolge sein.

In freundschaftlicher Hochachtung

Ihr ergebenster

E Welti

Bern 23. Jan. 1871.

Kommentareinträge

1 Vgl. Giovanni Battista Pioda an Alfred Escher, 15. Januar 1871.

2In Italien wurde mit einer Behandlung der Gotthardfrage gegen Ostern gerechnet. Durch die Neuwahl von etwa 200 Deputierten hatte sich die Situation im Parlament verändert, zudem war man mit der bevorstehenden Verlegung der Hauptstadt nach Rom beschäftigt. Am 27. Januar 1871 wurde durch eine von Delegierten der Schweiz, des Norddeutschen Bundes und des Königreichs Italien unterzeichnete Übereinkunft die Frist für die Ratifikation des Staatsvertrags von 1869 bis zum 31. Oktober 1871 verlängert. Vgl. Giovanni Battista Pioda an Alfred Escher, 15. Januar 1871; Die Gotthardvereinigung, Absatz 36; Die Gotthardvereinigung, Absatz 41.

3 «Il me semble qu'ici se place le proverbe italien: celui qui a fait 30 (démarches) ne doit pas épargner de faire 31.» Giovanni Battista Pioda an Alfred Escher, 15. Januar 1871.