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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2501 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

In: Jung, Escher Briefe, Band 1, Nr. 147

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Freitag, 25. November 1870

Schlagwörter: Gotthardbahnprojekt, Presse (allgemein)

Briefe

Sehr verehrter Herr

Meinen früheren Versprechen gemäss übermache ich Ihnen die beifolgende Abschrift1 und ersuche Sie mir Ihre allfälligen Bemerkungen baldmöglichst zukommen zu lassen.

Wahrscheinlich haben Sie bemerkt, dass in dem Vertrage zwischen Norddeutschland und Baden wegen Anschluss des letzteren an den Nordbund auch die Gotthardfrage be| rührt wird.2 Das daherige Referat der Cölner Zeitung3 ist aber so unklar dass nichts daraus entnommen werden kann. Bei Ihren Verbindungen ist es Ihnen wahrscheinlich möglich das Nähere zu erfahren.

Es that mir sehr leid vor acht Tagen nicht mit Ihnen zusammen kommen zu können, allein ich konnte die auf den | letzten Tag der Centralschule angesetzte Inspection nicht mehr abstellen und auch einen andern Offizier nicht damit beauftragen.4 Hoffentlich giebt Ihnen die Beilage noch die Gelegenheit mir Ihre daherigen Mittheilungen zu machen.

In freundschaftlicher Hochschätzung

Ihr ganz ergebenster

E Welti

Bern
25. Nov. 1870.

Kommentareinträge

1Beilage nicht ermittelt.

2Delegierte des Norddeutschen Bunds, des Grossherzogtums Baden und des Grossherzogtums Hessen und bei Rhein verhandelten am 15. November 1870 in Versailles über die Gründung eines Deutschen Bunds. Bezüglich der Übertragung der Gültigkeit der im Norddeutschen Bund erlassenen Gesetze wurde «allseitig anerkannt, [...] daß das Gesetz vom 31. Mai d. J., betreffend die St. Gotthard-Eisenbahn, jedenfalls nicht ohne Veränderung seines Inhalts zum Bundesgesetze würde erklärt werden können» . Sten. Bericht Reichstag Norddeutscher Bund, Anlagen 1870, Aktenstück 6 (S. 3–4).

3Zeitungsausgabe nicht ermittelt.

4Welti war Vorsteher des Militärdepartements und eidg. Oberst.