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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2481 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Freitag, 17. Juni 1870

Schlagwörter: Bözbergbahnprojekt, Eisenbahnrückkauf

Briefe

Hochgeehrter Herr

Mit bestem Danke sende ich Ihnen die mitgetheilten Actenstücke wieder zu. Die Haltung von St. u Consorten ist offenbar die, die Gelegenheit zu Erpressungen nicht rasch vorübergehen zu lassen, sondern möglichst lange festzuhalten; ihr guter Wille die Angelegenheit sofort im Parlament zur Entscheidung zu bringen scheint mir desshalb mehr als zweifelhaft.

Melegari hat gestern an Visconti-Venosta den «deplorabeln» Eindruck berichtet den die Absicht der Verschiebung hier hervorgebracht habe und dringend an sofortige Vorlage gemahnt. Ich glaube nicht dass seine Wünsche sich guter Aufnahme | zu erfreuen haben.

Meine Collegen sind auf das Resultat der Pariser-Interpellation sehr gespannt u ich bemerke an einzelnen auch eine Ängstlichkeit die mir nicht gefällt.

Für die Ablehnung des Grundsatzes dass nur die ganze Bözbergbahn zurückgekauft werden soll wurden keine Motive angegeben, sondern die Sache einfach so beschlossen, offenbar aber nicht mit der Tendenz dadurch einen partiellen Rückkauf zu ermöglichen.

Ihr freundschaftlich ergebener

E Welti

Bern
17. Juni 1870.

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