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Korrespondenz: Alfred Escher – Emil Welti

AES B2454 | CH-BAR#J1.2#1000/1310#35*

Emil Welti an Alfred Escher, Bern, Montag, 23. Mai 1870

Schlagwörter: Deutscher Bundesrat, Deutscher Reichstag, Rechtliches

Briefe

Hochgeehrter Herr

Ich habe gestern Abend schon die Nachricht über den Mailänder Beschluss erhalten und bin sofort in meinen Gedanken auf die nämliche Erklärung verfallen.

Aus Berlin bekommen wir den Antrag den der Bundesrath am 22. dem Reichstag vorgelegt hat; ich lege eine Abschrift davon bei und bemerke weiter dass Herr Hammer schreibt es sei möglich dass die Angelegenheit im Reichstag gar nicht mehr zur Verhandlung komme weil nach Auffahrt die Mitglieder nicht mehr zu halten seien und bis dorthin das Strafgesetz die gan| ze Zeit in Anspruch nehme; er könne dagegen sowenig etwas thun als die Regierung. Finde eine Verständigung wegen der Todesstrafe statt, so sei einige Hoffnung aber keine Sicherheit vorhanden.

Ich unterdrücke meine Gefühle und bin auch resignirt den Beschlüsse gegenüber den wir mit Ungeduld aus Zürich erwarten.

Mit freundschaftlicher Hochschätzung
Ihr ergebenster

E Welti

Bern
23. Mai 1870.

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